Während PwC-Chairman Mohamed Kande die KI-Revolution als Jobmotor anpreist, kürzt das eigene Haus ein Drittel der Einstiegspositionen in den Vereinigten Staaten. Der Widerspruch ist symptomatisch für eine Branche im Umbruch.
Wer heute frisch von der Hochschule kommt und auf einen Platz bei den großen Beratungshäusern hofft, läuft gegen eine zugezogene Bremse. In den Vereinigten Staaten reduziert PwC die Aufnahme von Einsteigern um 35 Prozent. Die hauseigene Erhebung „Global Jobs Barometer 2026" zeichnet ein zwiespältiges Bild. Stellen ohne erhöhte Qualifikationsanforderungen sind zwischen 2019 und 2025 weltweit um zehn Prozent geschrumpft. Wachstum gab es nur bei Positionen, die mindestens zehn anspruchsvolle Kompetenzen abverlangen. Dort legte die Nachfrage um 35 Prozent zu.
Mohamed Kande, Global Chairman von PwC, vertrat auf der Technologiekonferenz VivaTech eine deutlich positivere Sicht. Im CNBC-Format „Squawk Box" sprach er von „Superkräften", die KI den Beschäftigten verleihe. Häuser, die diese Werkzeuge intensiv einsetzten, würden ihre Belegschaft vergrößern statt schrumpfen.
Welche Profile tatsächlich auf dem Schreibtisch der Personalabteilung landen, zeigt eine ungewöhnliche Neuerung. PwC USA hat einen eigenen Karrierepfad für Ingenieure geöffnet, neben den klassischen Linien für Wirtschaftsprüfung und Beratung. Gegenüber der BBC bekannte Kande, sein Haus suche „Hunderte und Aberhunderte" technischer Spezialisten, finde diese aber nicht in ausreichender Zahl.
Mehr als die Hälfte der jungen Menschen in Deutschland rechnet laut Tagesschau damit, dass KI die Arbeitswelt grundlegend umkrempelt. 53 Prozent gehen davon aus, dass einfache Tätigkeiten verschwinden. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung schätzt, dass in den kommenden anderthalb Jahrzehnten rund 1,6 Millionen Arbeitsplätze hierzulande vom KI-bedingten Strukturwandel betroffen sein werden. Die Gesamtbeschäftigung dürfte stabil bleiben, der Anspruch an Qualifikationen aber messbar steigen.




