Dirk Notheis war Deutschlandchef von Morgan Stanley, Hauptfigur der EnBW-Affäre und ist heute Private-Credit-Pionier. Nun verkauft er Rantum Capital an Janus Henderson, einen der größten Asset Manager der Welt.
2012 musste Notheis als Deutschlandchef von Morgan Stanley seinen Hut nehmen. Grund war seine Rolle im umstrittenen Rückkauf des Energieversorgers EnBW für 4,7 Milliarden Euro durch die damalige baden-württembergische Landesregierung unter Ministerpräsident Stefan Mappus (CDU). Veröffentlichte E-Mails legten nahe, dass Notheis weit über seine beratende Rolle hinausging und den Ministerpräsidenten inhaltlich und strategisch steuerte. Ermittlungen wegen Beihilfe zur Untreue wurden letztlich eingestellt. Notheis selbst blickt nüchtern zurück: „Ich habe meinen Frieden damit gemacht." Schon 2013 gründete er gemeinsam mit Marc Pahlow Rantum Capital, heute einen der wenigen deutschen Kreditfonds, die sich dauerhaft am Markt gehalten haben, mit rund einer Milliarde Euro unter Verwaltung.
Mit einer Milliarde Euro AuM ist Rantum ein kleiner Fonds im großen Private-Credit-Markt. Kleine Häuser haben es im Fundraising zunehmend schwer, viele wurden zuletzt von größeren Assetmanagern übernommen. Notheis zieht die Konsequenz und verkauft Rantum Capital an Janus Henderson, der 480 Milliarden Dollar verwaltet. Die Logik dahinter ist klar: „Angesichts der fortschreitenden Konsolidierung unter Assetmanagern lässt sich nicht leugnen, dass das Marktumfeld heute deutlich schwieriger ist als vor 13 Jahren. Wer nicht wächst, bleibt stehen, und wer stehen bleibt, verschwindet irgendwann." Für Notheis, der in jungen Jahren den Spitznamen Bundeskanzler trug, ist der Exit bei Rantum kein Abgang, sondern der nächste Schritt.




