Der KI-Anbieter weitet seinen Werbetest auf weitere Länder aus und will dabei auch Gesprächsinhalte zur Anzeigensteuerung nutzen. Betroffen sind Nutzer der Gratisversion und des günstigen Go-Abonnements.
OpenAI wirbt auf einer eigenen Partnerseite offen um Anzeigenkunden und beschreibt, wie die Ausspielung funktioniert: Die Plattform gleicht Werbeangebote mit dem Thema des laufenden Gesprächs, zurückliegenden Unterhaltungen und bisherigen Reaktionen auf Anzeigen ab. Wer etwa Kochtipps sucht, sieht womöglich Angebote für Lebensmittellieferdienste. Die Reklame erscheint als klar erkennbarer Block nach einer Nutzereingabe, eine versteckte Vermischung mit den Modellantworten schließt OpenAI aus. Nutzerdaten fließen laut Unternehmen nicht an Werbekunden, wohl aber Informationen über Anzeigenreichweiten. Personalisierung und Zugriff auf ältere Chatverläufe lassen sich deaktivieren.
Was Anfang 2026 als US-Pilotprojekt begann, erstreckt sich mittlerweile auf Großbritannien, Mexiko, Brasilien, Japan und Südkorea. Anzeigen sehen ausschließlich Nutzer ohne Bezahlabo sowie Abonnenten des neuen Einsteigertarifs ChatGPT Go für 8 Euro im Monat. Für Minderjährige bleiben die Einblendungen vorerst gesperrt.
Die Motivation ist finanzieller Natur: OpenAI setzte im ersten Quartal 2026 zwar 5,7 Milliarden Dollar um, verbrannte aber gleichzeitig 3,7 Milliarden aus seinen Rücklagen und wies einen Nettoverlust von 9,3 Milliarden aus. Nach der jüngsten Kapitalrunde verfügt das Unternehmen über Reserven von 73 Milliarden Dollar, doch der Weg in die Gewinnzone bleibt offen. Werbeerlöse aus dem weltweit meistgenutzten KI-Chatbot könnten einen Teil dieser Lücke füllen.




