Steuerberater Fabian Hartlich startete ohne Mandanten und ohne Team, fünf Jahre später beschäftigt seine Kanzlei rund 30 Mitarbeitende.
Als Hartlich im oberpfälzischen Schwarzenfeld eine Kanzlei gründete, besaß er weder Kundenstamm noch Angestellte. Die Anfänge waren handfest: Werbematerial verteilen, über soziale Medien sichtbar werden, jeden Auftrag annehmen. Ursprünglich rechnete er mit höchstens fünf Mitarbeitenden, heute ist daraus eine GmbH geworden, die demnächst 700 Quadratmeter neue Bürofläche bezieht. Den Unterschied machte früh die Fokussierung auf Onlinehändler, deren Transaktionsvolumen sich nur mit automatisierten Prozessen wirtschaftlich abbilden lässt.
Um im leergefegten Fachkräftemarkt Personal zu gewinnen, setzt Hartlich auf flexible Arbeitszeiten ohne Kernvorgaben, selbstbestimmte Urlaubsplanung und weitgehende Entscheidungsfreiheit. Im Gegenzug gelten verbindliche Qualitätsstandards und dokumentierte Abläufe. Wer fachlich in der Lage sei, eine Entscheidung zu treffen, solle das auch dürfen.
Beim Technologieeinsatz bleibt Hartlich pragmatisch: Seine Kanzlei probiert viel aus, übernimmt aber nur Werkzeuge, die einen Prozess nachweislich verbessern. Der Schwerpunkt verschiebt sich von der manuellen Buchung einzelner Vorfälle hin zur Qualitätssicherung automatisiert verarbeiteter Daten. Automatisierung entlaste, entbinde aber niemanden von der Verantwortung für das Endergebnis.




