In keiner anderen Branche ist der Gehaltssprung durch Personalverantwortung so groß wie in der Steuerberatung und Wirtschaftsprüfung, zeigt eine aktuelle Kununu-Auswertung über 39 Wirtschaftszweige.
Die Zahlen fallen drastisch aus: Wer in einer Kanzlei oder Prüfungsgesellschaft ein Team führt, verdient im Durchschnitt über 70 Prozent mehr als Kollegen ohne Leitungsfunktion. In absoluten Zahlen entspricht das einem jährlichen Mehrverdienst im mittleren fünfstelligen Bereich. Keine der übrigen untersuchten Branchen kommt an diesen Wert heran, selbst Versicherungen und Banken auf den Rängen zwei und drei liegen deutlich dahinter.
Dass ausgerechnet die Steuerberatung das Ranking anführt, überrascht bei näherer Betrachtung wenig: Führungskräfte in Kanzleien tragen weit mehr als organisatorische Verantwortung. Sie stehen persönlich für die Qualität ihrer Arbeitsergebnisse ein, verantworten Mandatsbeziehungen und agieren in einem Umfeld, das von dichten regulatorischen Vorgaben und erheblichen Haftungsrisiken geprägt ist. Dieses Bündel aus fachlicher Komplexität und unternehmerischem Risiko spiegelt sich im Gehaltsgefälle deutlicher wider als in Sektoren, in denen Führung vorrangig koordinierende Funktion hat.
Für Verhandlungsgespräche innerhalb der Branche ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Den Unterschied macht nicht der Jobtitel, sondern was konkret dahintersteht, etwa Teamgröße, eigenständige Personalentscheidungen, Budgetverantwortung oder die direkte Rechenschaftspflicht für wirtschaftliche Ergebnisse.




