Private Equity jagt jetzt Indie-Labels

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September 21, 2026
22.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Nach den großen Songkatalogen von Superstars wie Bob Dylan oder Justin Bieber rücken nun auch kleine Independent-Labels ins Visier von Private-Equity-Investoren. Betroffene Labelinhaber warnen vor einem regelrechten Haifischbecken.

Vom Superstar-Katalog zum Indie-Label

Jahrelang kauften Private-Equity-Firmen vor allem Songkataloge großer Stars auf, etwa von Bob Dylan, Justin Bieber oder zuletzt Pete Townshend, oft für neunstellige Summen. Inzwischen geraten auch kleine Independent-Labels ins Visier, unabhängig von ihrer Größe. Aaron Schultz, Inhaber des Boutique-Labels Bastard Jazz Recordings mit gerade einmal drei Mitarbeitenden, bezeichnete die Entwicklung in einem vielgeteilten Facebook-Post als bedrohlich für das gesamte Indie-Ökosystem und sprach von einem Haifischbecken. Patrick Clifton, Executive Director der Indie-Musikorganisation ORCA, ordnet die Welle breiter ein: Es fließe institutionelles Kapital von Private Equity bis zu Pensionsfonds in die Branche, weil viele Independents wertvolle Kataloge und Rechte besitzen. Niedrige Angebote sind dabei die Regel. Schultz erhielt etwa eine Million Dollar für seinen gesamten Katalog und 50.000 Dollar für einen einzelnen, deutlich wertvolleren Song.

Sinkende Schwellen, wachsende Sorge

Ein Treiber des Booms sind gesunkene Einstiegshürden: Duetti, eines der größten Unternehmen in diesem Bereich, verlangte früher fünf bis zehn Jahre Finanzhistorie, inzwischen reichen laut CEO Lior Tibon teils sechs Monate. Im Januar sammelte Duetti 200 Millionen Dollar für weitere Katalogkäufe ein, das Unternehmen zählt mittlerweile mehr als 100 Mitarbeitende. "Wir haben kein Ablaufdatum, wir bauen langfristige Investments auf", sagt Tibon und grenzt sich damit von klassischen Fonds mit fester Laufzeit ab. Kritikerinnen wie Buchautorin Megan Greenwell sehen darin dennoch das typische Private-Equity-Denken von Konsolidierung und schnellen Exits, das mit dem Ethos der Indie-Szene kaum vereinbar sei. Clifton warnt zudem vor einem Ungleichgewicht: Neue Labels entstünden längst nicht so schnell, wie bestehende aufgekauft würden.

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