Wenn Maschinen die Fleißarbeit erledigen, müssen Berufseinsteiger anders denken. Das Beratungshaus stellt seine Ausbildung um und erwartet, dass Neulinge schneller Verantwortung übernehmen.
Der klassische Einstieg in die Wirtschaftsprüfung sah so aus: Daten zusammentragen, Tabellen füllen, Routineschritte abarbeiten. Das ändert sich gerade rasant. Bei PwC übernehmen Algorithmen zunehmend diese Tätigkeiten. Wer heute anfängt, wird von Beginn an kontrollieren, was die Software ausspuckt.
Jenn Kosar, bei PwC für das Zusammenspiel von KI und Prüfung zuständig, rechnet mit einem Umbruch binnen weniger Jahre. Frischgebackene Mitarbeiter würden künftig Aufgaben erledigen, für die heute mehrjährige Erfahrung nötig sei.
Die Ausbildung zieht Konsequenzen. Statt Arbeitsschritte einzuüben, rückt das Verständnis in den Vordergrund, wozu eine Prüfung eigentlich dient. Kritisches Hinterfragen, Verhandeln, gesundes Misstrauen gegenüber Zahlen: Diese Kompetenzen standen früher erst spät auf dem Programm. Jetzt sollen Berufsanfänger sie von Anfang an entwickeln.
Nicht nur die Einstiegsjobs ändern sich. Das gesamte Geschäftsmodell steht auf dem Prüfstand. Mandanten fragen, warum sie hohe Stundensätze zahlen sollen, wenn Tools Ergebnisse in Sekunden liefern. Selbst erfahrene Partner müssen umdenken. Kunden wollen nicht mehr nur Beschleunigung, sondern Antworten darauf, welche Aufgaben Maschinen komplett übernehmen können. Kosar sieht darin eine Chance. Wer weniger Zeit mit Routinearbeit verbringt, kann sich auf das konzentrieren, was wirklich zählt: Zusammenhänge erkennen, Risiken einschätzen, Mandanten besser beraten.




