Die Big-Four-Gesellschaft PwC meldet aus dem Einsatz autonomer KI-Systeme in eigenen Prozessen einen Produktivitätszuwachs von 60 Prozent. Der Referenzfall wirft ein Schlaglicht auf die aktuelle Welle agentischer Unternehmenssoftware, mit der SAP, Oracle und Atlassian derzeit den Markt bearbeiten.
PwC nutzt nach eigenen Angaben Systeme aus SAPs neu vorgestellter Autonomous Suite in Kombination mit Joule Work. Diese Lösungen sollen wiederkehrende Aufgaben eigenständig ausführen und menschliche Bearbeitung nur bei Entscheidungspunkten einbinden. Der berichtete Effizienzsprung fällt deutlich höher aus als die Gewinne, die andere Anwender im industriellen Umfeld mit vergleichbaren Werkzeugen erzielen, was PwC zu einem der bislang meistzitierten Referenzkunden des Ansatzes macht.
Parallel zu SAP hat Oracle das AI Agent Studio innerhalb der Fusion Cloud eingeführt, eine No- und Low-Code-Umgebung für Agenten unter bestehenden Governance-Strukturen, ergänzt um das Testwerkzeug ATLAS-Testing. Atlassian positioniert das Projektmanagement-Tool Jira neu als sogenannte Delegationsebene mit einer Launchpad-App. Spezialanbieter wie Squirro liefern zusätzlich vorkonfigurierte Agenten für Finanzen, Steuern und Recht, unter anderem an die Deutsche Bundesbank.
Der schnelle Rollout offenbart jedoch Kontrollschwächen. Eine Untersuchung von PromptArmor auf Basis von rund 2.500 Schnittstellen zu ChatGPT und Claude zeigt, dass sich 37 Prozent binnen sechs Wochen strukturell veränderten. Zwei von fünf Verbindungen riefen darüber hinaus weitere KI-Dienste auf, ein Risiko, das für WP-Mandanten unmittelbare Compliance- und Datenschutz-Implikationen mit sich bringt.




