Der Panzerbauer will im Sommer an die Börse. Doch ein jahrzehntealter Katar-Deal blockiert die Prüfung. Parallel jagt das Unternehmen nach Autofabriken von Mercedes und VW.
KNDS bereitet einen der größten europäischen Börsengänge des Jahres vor. Doch PricewaterhouseCoopers hat das Testat für den Jahresabschluss 2025 bislang verweigert. Der Grund reicht über ein Jahrzehnt zurück. Ein Rüstungsdeal mit Katar aus dem Jahr 2013 im Volumen von knapp 1,9 Milliarden Euro wirft Fragen auf. Vorwürfe über hohe Provisionszahlungen führten zu einer Untersuchung durch Freshfields. Ohne Prüfsiegel bis Ende Mai verschiebt sich das Debüt vom Frühsommer in den Herbst. Berater haben die Erwartungen gedämpft. Der Börsenwert wird nun auf 18 bis 20 Milliarden Euro taxiert. Der Verkauf von rund einem Viertel der Anteile soll etwa fünf Milliarden einbringen.
Die Auftragsbücher platzen, die Fertigung stößt an Grenzen. KNDS sitzt auf Bestellungen von 23,5 Milliarden Euro, setzte 2024 aber nur 3,8 Milliarden um. Deshalb schaut sich der Konzern in der kriselnden Autobranche um. Mit Mercedes laufen Gespräche über das Werk Ludwigsfelde bei Berlin. Rund 2.000 Beschäftigte und Investitionen von einer Milliarde Euro stehen im Raum. Auch das VW-Werk Osnabrück ist im Visier, dort endet die Autoproduktion 2027. Allerdings hat der israelische Wettbewerber Rafael bereits eine Absichtserklärung unterzeichnet.
In der Koalition herrscht Uneinigkeit. Verteidigungs- und Finanzressort wollen 40 Prozent staatliche Beteiligung, Kanzler Merz bevorzugt 30 Prozent. Da Einstiege nach dem IPO ausgeschlossen sind, muss die Entscheidung vorher fallen.




