Die Bertelsmann-Fintech-Tochter Riverty hat eine Banklizenz in Luxemburg erhalten. Der Konzern investiert einen dreistelligen Millionenbetrag und positioniert sich als europäischer Gegenentwurf zu Klarna.
Riverty, die Fintech-Tochter von Bertelsmann, hat eine Vollbanklizenz in Luxemburg erhalten. Innerhalb von zehn Monaten und damit vergleichsweise schnell. Für den Aufbau der Bank stellt Bertelsmann einen dreistelligen Millionenbetrag als Eigenkapital bereit, weitere Investitionen fließen in den laufenden Aufbau. Bertelsmann-Vorstand und Enkel des Konzernpatriarchen Carsten Coesfeld bezeichnet die Lizenz als neues Kapitel für Finanzdienstleistungen im Konzern. Riverty wickelt im Hintergrund Rechnungs- und Ratenkäufe für große Onlineshops wie Asos und Lego ab und zählt eigenen Angaben zufolge 40 Millionen Kunden.
Das Geschäftsmodell unterscheidet sich bewusst von Klarna: Während der schwedische Wettbewerber auf eine eigene Endkundenmarke und teure Werbepartnerschaften setzt, bleibt Riverty im Hintergrund. CEO Andreas Barth betonte, man wolle keine Endkundenbank werden. Stattdessen sollen Händler unter eigenem Label Kreditkarten anbieten können. Damit könnte Riverty in die Lücke stoßen, die das Berliner Fintech Solaris nach seinem Rückzug aus diesem Segment hinterlassen hat. Für Bertelsmanns Dienstleistungsgeschäft Arvato, das 2025 seinen Umsatz um 13 Prozent auf 4,4 Milliarden Euro steigerte, ist Riverty ein ausgewiesener Wachstumstreiber.




