Der Spielzeughersteller Schleich steht offenbar vor einem Eigentümerwechsel. Ein Konsortium aus Kreditgebern will seine Forderungen in Unternehmensanteile umwandeln und damit die Kontrolle über die Traditionsmarke übernehmen.
Ein Konsortium um den US-Investor H.I.G. Capital hat bei den Kartellbehörden in Deutschland und Österreich signalisiert, künftig die Mehrheit an der Schleich Group Holding zu halten. Auch Investec und Blackstone sitzen mit am Verhandlungstisch, gemeinsam wollen die Gläubiger dem Unternehmen kurzfristig eine Finanzspritze von 5 Millionen Euro gewähren, um den akuten Liquiditätsengpass zu überbrücken. Zwischen 2015 und 2022 hatte sich der Umsatz des Spielzeugherstellers noch mehr als verdoppelt, von 132,5 auf 275 Millionen Euro, mittlerweile ist er auf rund 220 Millionen Euro zurückgefallen. Erschwerend kommen die von den USA verhängten Einfuhrzölle hinzu, da ein Großteil der Produktion in China liegt, hinzu kommen 175 Millionen Euro an vorrangigen Verbindlichkeiten sowie eine Kreditlinie über 40 Millionen Euro, die beide im laufenden Jahr fällig werden.
Um gegenzusteuern, verlegte das Management den Firmensitz von Schwäbisch Gmünd nach München und reduzierte die Belegschaft von rund 480 auf mittlerweile 350 Mitarbeitende. Die geplante Übernahme durch die Gläubiger gilt als Übergangslösung, langfristig soll das Unternehmen an einen strategischen Käufer aus der Spielwarenbranche gehen. Aussichtsreiche Kandidaten sind rar, der Konkurrent Playmobil hatte bereits zwei frühere Anläufe zu einer Übernahme abgebrochen.




