Eine interne Umfrage unter Vorstands- und Aufsichtsratsmitgliedern von Volkswagen zeichnet ein alarmierendes Bild: Sechs von neun befragten Vorständen sehen den Konzern in seiner Existenz bedroht. Alle neun fordern einen radikalen Strategiewechsel.
Laut einem Bericht des Manager Magazins zeigt eine anonyme interne Umfrage bei Volkswagen eine tiefe Besorgnis über die Zukunft des Unternehmens. Von den neun befragten Vorstandsmitgliedern stufen sechs die Existenz des Konzerns als gefährdet ein, drei weitere bezeichnen die Lage als angespannt. Eine unkritische Einschätzung gab kein einziger Teilnehmer ab. Alle neun Vorstände sprachen sich für einen radikalen Strategiewechsel aus, darunter eine grundlegende Neuausrichtung der Strategien für China und Nordamerika.
Volkswagen kämpft gleichzeitig an mehreren Fronten: In China verliert der Konzern durch schwache Nachfrage, aggressive lokale Wettbewerber und den schnellen Übergang zu softwaredefinierten Elektrofahrzeugen an Boden. US-Zölle kosten den Konzern nach Angaben von CEO Oliver Blume direkt und indirekt fünf Milliarden Euro jährlich. Hinzu kommen hohe Fixkosten, komplexe Konzernstrukturen, Restrukturierungskosten sowie Investitionsbedarf in E-Mobilität, Software und autonomes Fahren. VW muss dabei gleichzeitig Kosten senken, Werke und Personal umbauen und bei neuen Technologien schneller werden, was die Handlungsfähigkeit des Konzerns erheblich belastet.




