Der Dax hat seine Verlustserie gestoppt, doch die Käufer sind keine überzeugten Langfristinvestoren. Sentiment-Experte Stephan Heibel warnt vor einem turbulenten Sommer.
Nach acht Handelstagen im Minus hat der Dax die Marke von 24.000 Punkten zurückerobert. Doch die wöchentliche Sentiment-Umfrage des Handelsblatts unter mehr als 10.000 Privatanlegern zeichnet ein skeptisches Bild: Die Anlegerstimmung fiel von minus 0,3 auf minus 1,3 Punkte. Ein Viertel der Befragten geht von einem anhaltenden Abwärtstrend aus, während 52 Prozent eine Seitwärtsbewegung erwarten. Nur elf Prozent sehen einen Aufwärtstrend. Parallel dazu stieg die Verunsicherung auf minus 2,5 Punkte, den höchsten Stand seit einem Monat. Auch die Kaufbereitschaft ist auf dem niedrigsten Niveau seit Anfang Februar.
Während die Kaufbereitschaft sinkt, steigt die Spekulationsbereitschaft deutlich: Das Euwax-Sentiment der Börse Stuttgart kletterte zwischenzeitlich auf bis zu 20 Punkte, auch an der institutionellen Terminbörse Eurex ist laut Heibel eine ausgeprägte Spekulationsfreude zu beobachten. Der Sentiment-Experte interpretiert dies als Zeichen, dass die jüngste Erholung nicht von Überzeugungskäufern getragen wird. „Es gibt eine ganze Reihe von Anlegern, die aktuell gerne spekulieren wollen. Und diese Anleger springen schnell auf einen anfahrenden Zug auf", sagt Heibel. Den entscheidenden Risikofaktor sieht er im Iran-Krieg: Die Blockade der Straße von Hormus gefährdet die globale Energieversorgung. Je länger der Ölpreis auf hohem Niveau verbleibe, desto wahrscheinlicher werde eine Korrektur bei energieabhängigen Unternehmen.




