Der Secondaries-Markt ist so groß geworden, dass seine eigenen Investoren Liquidität benötigen. Tertiary Funds kaufen nun Anteile an Secondary-Fonds und fügen dem ohnehin komplexen PE-Ökosystem eine weitere Schicht hinzu.
Das Londoner Haus Netley Capital, das sich ausschließlich auf Tertiary Investing spezialisiert hat, hat sein einsetzbares Kapital seit dem Launch im September auf 825 Mio. US-Dollar mehr als verdoppelt. Das französische Bex Capital schloss 2024 seinen fünften Fonds bei 765 Mio. US-Dollar, das US-amerikanische Sturbridge Capital sein Diversified Private Equity Fund III bei 288 Mio. US-Dollar. Tertiary Funds erwerben LP-Anteile an Secondary-PE-Fonds und lösen damit dasselbe Liquiditätsproblem, das Secondaries für Primary-Fonds adressieren. Netley hat bislang fünf Transaktionen abgeschlossen und dabei mehr als 700 Mio. US-Dollar NAV über mehrere Secondary-Fonds erworben.
Wie bei Primary- und Secondary-Fonds erheben Tertiary Funds eigene Management Fees und Carry, was Investoren mit zwei zusätzlichen Kostenebenen über den Underlying Assets belastet. Ludovic Phalippou, Professor an der Saïd Business School der Universität Oxford, sieht darin ein strukturelles Problem: Jede Iteration füge Komplexität, Intransparenz, Leverage und Gebührenschichten zwischen den Zielunternehmen und den Endinvestoren hinzu. Matthew Craig-Greene von Wagtails Private Markets hält dagegen, der Mehrwert hänge davon ab, ob das Outsourcing der Selektion den internen Aufwand überwiege. Entscheidend bleibt die Frage, wie komfortabel Investoren mit der zunehmenden Abstraktion vom Underlying Asset und dessen Bewertung sind.




