Herzstück des neuen Systems ist die Plattform Bestprice, deren Algorithmus mit 30 Börsen weltweit verbunden ist, Spreads vergleicht und Orders automatisch zum günstigsten Preis ausführt. Alternativ können aktive Trader für zwei Euro pro Transaktion direkt im Limit-Order-Buch einer ausgewählten Börse handeln. Ergänzt wird das Angebot durch ein kostenloses, webbasiertes Handelsterminal mit Echtzeitdaten und Analysen.
Das neue Handelssystem kommt zu einem strategisch kritischen Zeitpunkt. Bis Ende Juni erhielt Trade Republic Rückvergütungen dafür, dass es Handelsgeschäfte ausschließlich über die Lang und Schwarz Exchange abwickelte. Dieses als Payment for Order Flow bekannte Modell ist in der EU nun verboten und machte zuletzt 18 Prozent des Umsatzes aus. Mitgründer Christian Hecker erwartet durch das Verbot zwar einen leichten Umsatzrückgang, rechnet im Gegenzug jedoch mit steigenden Margen.
Trade Republic will die bisherige Abhängigkeit von einem einzigen Handelsplatz damit strukturell überwinden. Hecker bezeichnete das Unternehmen früher als von Konkurrenten belächeltes Spielzeug für Studenten; nun soll es sich stärker mit klassischen Brokern wie Flatex oder Comdirect messen. Begleitet von einer europaweiten Werbekampagne will das Fintech die Kundenzahl in Deutschland langfristig auf zehn Millionen verdoppeln.




