Bain Capital hat den Kauf einer 51-prozentigen Mehrheitsbeteiligung an Everllence, der Schwerdieselmotorensparte von Volkswagen, vereinbart. Der Erlös beläuft sich auf rund 7,4 Mrd. Euro;9 ein bedeutender Liquiditätszufluss für den unter erheblichem Druck stehenden Autokonzern. Volkswagen behält mittelfristig eine Minderheitsbeteiligung von 49 %.
Bain setzte sich in einer der meistbeachteten Private-Equity-Auktionen Europas gegen zwei starke Bietergruppen durch: CVC Capital Partners und ein von EQT AB geführtes Konsortium, dem auch die Volkswagen-Großaktionäre Porsche Automobil Holding und Qatar Investment Authority angehörten. Zur Finanzierung der Übernahme hatten Banken zuvor Fremdkapital von bis zu 6,5 Mrd. Euro vorbereitet. Ein Zeichen für das hohe Interesse der Kreditgeber an dem Asset trotz der komplexen Transaktionsstruktur.
Everllence gehört zu den weltweit führenden Herstellern von Zweitakt-Schiffsmotoren, die in Schiffen eingesetzt werden, über die rund 90 % des globalen Handels abgewickelt werden. Der einzige vergleichbare Wettbewerber von Bedeutung ist das finnische Unternehmen Wärtsilä, dessen größter Aktionär Investor AB aus Schweden ist. Die Sparte ist damit in einem strukturell bedeutsamen und oligopolistischen Markt aktiv, genau das macht sie für Private Equity attraktiv.
Der Verkauf ist Teil von Volkswagens Strategie, das Geschäft zu verschlanken und die Profitabilität zu steigern, während sich der Abschwung auf dem wichtigsten Markt China weiter vertieft. Das wachsende Interesse von PE-Gesellschaften an Industrieunternehmen spiegelt eine breitere Verschiebung wider: Angesichts der Volatilität im lange bevorzugten Softwaresektor suchen Investoren verstärkt nach stabilen, cashflowstarken Industrieassets mit klaren Marktpositionen.




