Weniger Optimismus für Deutschlands Konjunktur

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February 17, 2026
20.02.2026
2 Minuten Lesezeit

Laut einer ZEW-Umfrage geben die Erwartungen der Börsenprofis an die deutsche Konjunktur im Februar nach, zugleich wird die aktuelle Lage weniger negativ bewertet. Für CFOs ist das ein Hinweis auf eine Erholung mit begrenzter Visibilität, insbesondere mit Blick auf Industrie und private Investitionen.

Erwartungsindikator sinkt gegen den Konsens

Der ZEW Indikator für die Konjunkturaussichten der kommenden sechs Monate fiel um 1,3 Punkte auf 58,3 Zähler. In der monatlichen Umfrage wurden 176 Investoren und Analysten befragt. Ökonomen hatten im Konsens mit einem Anstieg auf 65,0 Punkte gerechnet, die Abweichung unterstreicht die zunehmende Unsicherheit im Erwartungsbild. ZEW Präsident Achim Wambach bewertet die Lage als „Phase fragiler Erholung“ und verweist auf strukturelle Herausforderungen, insbesondere in der Industrie und bei den Privatinvestitionen. Reformen der Sozialversicherungssysteme sollten aus seiner Sicht genutzt werden, um die Standortattraktivität zu steigern.

Lagekomponente verbessert sich, bleibt aber negativ

Die Einschätzung der aktuellen Lage stieg um 6,8 Punkte, liegt mit minus 65,9 Zählern jedoch weiterhin klar im negativen Bereich. Damit entsteht ein gemischtes Bild: die Gegenwart wird weniger schwach beurteilt, während der Blick nach vorn zurückhaltender wird. Alexander Krüger, Chefvolkswirt der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe, spricht von Signalen einer vorsichtigen Konjunkturerholung. Als stützende Faktoren werden zuletzt stärkere Exporte im Dezember sowie deutlich steigende Industrieaufträge genannt, die nicht nur den vierten Monat in Folge zulegten, sondern zugleich so kräftig wie seit zwei Jahren nicht mehr.