Wenn der Mittelstand zum Sanierungsfall wird: Horváth zieht Konsequenzen

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September 25, 2026
28.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Managementberatung fasst ihr über viele Teams verstreutes Sanierungs-Know-how in einer eigenen Einheit zusammen und reagiert damit auf eine Klientel, die sich spürbar verändert hat.

Ein neues Schild für eine alte Kompetenz

Neu ist bei Horváth nicht die Fähigkeit, Unternehmen durch Krisen zu steuern, neu ist die Bündelung. Was zuvor in verschiedenen Fachabteilungen saß, firmiert nun unter einem gemeinsamen Namen, mit dem die Beratung als klar erkennbarer Restrukturierungsanbieter auftritt. Den Ausschlag gibt eine veränderte Nachfrage, die Bereichsverantwortlicher Patrick Heurich so umreißt: Kunden treibe heute weniger die nächste Rate um als der Zweifel, ob ihr Geschäftsmodell mittelfristig überhaupt Bestand habe. Betroffen sind zunehmend gestandene Firmen. Teureres Kapital, asiatische Konkurrenz und ein schwächelnder Standort setzen familiengeführten Betrieben mit gewachsener Kostenstruktur zu, allen voran im Automobilsektor, dazu bau- und immobiliennahen Unternehmen, in denen 2026 europaweit Kredite im dreistelligen Milliardenbereich zur Verlängerung anstehen. Banken, Kreditversicherer und Anteilseigner pochen dabei verstärkt auf ein neutrales Urteil von außen.

Von der Diagnose bis zur Zahl im Abschluss

Unter dem gemeinsamen Dach greifen Sanierungsberatung, Ergebnisverbesserung, Working Capital, Finanzierung und Umsetzung ineinander, von der frühen Krisenerkennung und der Prüfung von Insolvenzgründen nach IDW S 11 über Konzepte nach IDW S 6 bis zu Programmen für Kapitalbindung und Betriebsergebnis. Den letzten Baustein lieferte der Neuzugang Tobias Fusten, in dessen Hand die Gutachten nach beiden Standards liegen; über die Plattform Interim-X vermittelt Horváth zudem Interim Manager und Sanierungsvorstände. Entscheidend ist für Heurich, jede Maßnahme mit Planung und Reporting zu verzahnen, sodass ihr Nutzen im nächsten Monatsabschluss sichtbar wird.

Tempo von der Maschine, Verantwortung beim Berater

Beim Einstieg übernimmt KI die Fleißarbeit und zeichnet rasch ein Bild von Liquidität und Ergebnislage; die gewonnene Zeit fließt in die Abstimmung mit der Führung. Unter dem Etikett „AI to EBIT“ werden Automatisierungsvorhaben samt Kosten und Ergebnisbeitrag selbst Teil der Sanierungsrechnung. Die Einschätzung der Sanierungsfähigkeit und Gespräche mit Geldgebern bleiben bewusst beim Menschen. 

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