Der deutsche Biermarkt steckt in der Krise, doch die sechs Oktoberfest-Brauereien schenken unbeirrt weiter aus. Sinkender Konsum, steigende Kosten und eine drohende Zuckersteuer setzen die Branche zusätzlich unter Druck – während die traditionsreichen Wiesn-Betriebe von Stiftungen, Unternehmerfamilien und einem Weltkonzern kontrolliert werden.
2025 brach der Bierkonsum stark ein, der Pro-Kopf-Verbrauch liegt inzwischen unter 90 Litern, seit 2019 haben bereits 137 Brauereien geschlossen; allein 2026 zählt die Branche bereits vier Insolvenzen. „Eine dauerhaft sinkende Nachfrage trifft auf stark gestiegene Kosten und einen intensiven Preisdruck im Handel", beschreibt Fabian Huhle, Senior Partner bei Roland Berger, die Lage. Verschärfend kommt ab 2027 eine mögliche Zuckersteuer hinzu, die auch alkoholfreies Bier und Biermischgetränke treffen könnte – ausgerechnet die Segmente, in die viele Brauereien zuletzt ausgewichen sind.
Auf der Wiesn selbst schenken sechs lizenzierte Münchner Brauereien aus: Augustiner (mehrheitlich eine Stiftung der Familie Haberland-Wagner), Paulaner/Hacker-Pschorr (Familie Schörghuber und Heineken), Spaten/Löwenbräu (Weltkonzern AB InBev) sowie das dem Freistaat Bayern gehörende Hofbräuhaus. 2025 sank der Bierabsatz auf dem Fest bereits auf 6,71 Millionen Liter – deutlich unter dem Rekord von 7,92 Millionen Litern aus dem Jahr 2011. Eine Maß kostet auf dem Fest inzwischen bis zu 15,90 Euro, für die sechs Festbrauereien bleibt der Umsatz dort dennoch meist nur ein kleiner Teil des Jahresgeschäfts.




