Neue Gründungen aus München und Herford nehmen den Mittelstand ins Visier. Sie versprechen schlankere Prozesse und bessere Dokumentation.
Die deutsche Gründerszene liefert Nachschub fürs Steuerwesen. Zwei junge Unternehmen treten an, um Kanzleien und Steuerabteilungen mit Technologie zu modernisieren. Beide setzen auf Digitalisierung, aber mit unterschiedlichen Ansätzen.
Skalar heißt das Projekt von Florian Lang und Björn Goß. Beide bringen Erfahrung aus Steuerberatung und Unternehmensgründung mit. Ihr Ziel: eine Kanzlei für Betriebe mit Umsätzen zwischen 500.000 und 20 Millionen Euro, die klassische Beratung mit digitalen Werkzeugen verbindet. Statt Papierberge und Pendelordner sollen schlanke Prozesse und Automatisierung den Alltag bestimmen. Belege fließen elektronisch, Fristen werden maschinell überwacht, Routineaufgaben laufen im Hintergrund. Der persönliche Draht zum Mandanten soll trotzdem nicht verloren gehen. Die Gründer sehen eine Lücke im Markt. Viele traditionelle Kanzleien tun sich schwer mit der Digitalisierung, große Beratungshäuser sind für kleinere Mittelständler oft zu teuer oder zu unpersönlich. Skalar will genau dazwischen stoßen.
EasyTaxCMS kommt von Florian Knupp und richtet sich an Steuerabteilungen in größeren Firmen. Die Plattform bildet steuerliche Abläufe ab, strukturiert sie und dokumentiert jeden Schritt nachvollziehbar. Unternehmen sollen damit leichter belegen können, dass sie alle Vorschriften einhalten. Gerade bei Betriebsprüfungen könnte das Zeit und Nerven sparen. Statt hektisch Unterlagen zusammenzusuchen, liegt alles geordnet vor. Die Software visualisiert Prozesse und macht Verantwortlichkeiten transparent. Wer hat wann was geprüft, freigegeben, dokumentiert? Solche Fragen lassen sich mit wenigen Klicks beantworten. Für Compliance-Verantwortliche ein Argument, das zählt.
Beide Startups profitieren von einem Trend, der die Branche seit Jahren umtreibt. Steuerberater stehen unter Druck, effizienter zu arbeiten und gleichzeitig steigende regulatorische Anforderungen zu erfüllen. Wer das mit Technologie löst, hat gute Karten.




