Über 1.400 Bankangestellte im Kanton Zürich sind beim RAV gemeldet, das Stellenangebot der großen Institute hat sich nahezu halbiert. Daniela Haze Stöckli und Patricia Widmer von der Beratungsboutique Beyond Success zeigen, welche Fehler jetzt besonders teuer werden.
Wer länger als drei bis sechs Monate kaum aktiv ist, verliert an Marktpräsenz: bei Headhuntern, ehemaligen Kollegen und potenziellen Arbeitgebern. Haze Stöckli und Widmer empfehlen, nicht auf das ideale Angebot zu warten, sondern eine Zwischenlösung oder ein Interims-Mandat anzunehmen. Denn das führt oft schneller zur Wunschposition als langes Abwarten. Auf Kaderstufe werden viele Positionen zudem nicht öffentlich ausgeschrieben. Wer sich ausschließlich auf Jobplattformen verlässt, verpasst einen großen Teil des Marktes. Der entscheidende Hebel ist das Netzwerk: ehemalige Kollegen, Kundenkontakte, Branchenanlässe und gezielte LinkedIn-Aktivitäten. Ein weiterer häufiger Fehler: zu eng suchen. Bankkompetenzen wie Risikomanagement, Regulierung, Kundenberatung oder Führungserfahrung sind auch bei Versicherungen, Family Offices, Beratungen und Fintechs gefragt.
Viele Kandidaten sprechen primär über frühere Titel und Arbeitgeber. Entscheidend ist jedoch nicht die Vergangenheit, sondern der konkrete Nutzen für das nächste Unternehmen. Wer überzeugen will, muss klar kommunizieren können, welches Problem er löst und warum er relevant ist. Eine präzise Positionierung macht oft den Unterschied. Schließlich unterschätzen viele die emotionale Dimension einer Kündigung: Status, Rolle und Identität sind bei Bankern oft eng mit dem Beruf verknüpft. Wer die Situation nicht verarbeitet hat, wirkt in Gesprächen schnell defensiv oder verunsichert. Nicht der Lebenslauf allein entscheidet, sondern die Fähigkeit, den eigenen Mehrwert überzeugend zu vermitteln, so das Fazit der beiden Beraterinnen.




