Berater Max Votek von Customertimes hält die gängige Erzählung für zu einfach: Nicht Algorithmen streichen Stellen, sondern Budgets, die schneller schmelzen als geplant, und Unternehmen, die überfällige Umstrukturierungen hinter einem bequemen Etikett verstecken.
Votek, Mitgründer und Managing Partner der 1000-köpfigen Beratung, die Fortune-500-Konzerne bei der KI-Einführung begleitet, spricht wöchentlich mit CFOs und CIOs. Sein Befund: Finanzverantwortliche unterschätzen die Token-Kosten, Budgets sind oft binnen Monaten aufgebraucht. Hinzu kommen Investitionen in abgesicherte interne Systeme. Die Einsparungen verschwinden laut Votek größtenteils in Infrastruktur und Lizenzen, nicht in der Vergütung der Führungsebene.
86 Prozent der Erwachsenen erwarten laut Umfrage, dass KI-Einsparungen an Verbraucher weitergegeben werden. Votek hält das für nachvollziehbar, solange Unternehmen aber Mittelverwendung nicht offenlegen, füllt Misstrauen das Vakuum.
Kaum eine Führungskraft spreche intern von gezieltem Personalabbau durch KI. Der Begriff diene meist dazu, längst geplante Umstrukturierungen zu erklären, ähnlich wie einst die Prozessautomatisierung. Neu sei nur die Verpackung.
KI übernehme wiederholbare Aufgaben, ersetze aber keine Verantwortlichkeit, so Votek. Bei Customertimes bauten Beraterinnen und Tester binnen Wochen neue KI-Kompetenzen auf und würden dadurch leistungsfähiger, nicht überflüssig.




