100 Mio US Dollar für Krypto Sekundäranteile

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January 29, 2026
30.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Pure Crypto sammelt für ein opportunistisches Fondsvehikel, das Sekundäranteile von liquiditätsbedürftigen Anlegern aufkaufen soll. Die Struktur folgt einem Private Equity typischen Abrufmodell und kombiniert Venture Kapital mit liquiden Hedgefonds.

Sekundärkäufe statt Neugeld

Pure Crypto hat für ein Vehikel mit einem Zielvolumen von 100 Mio US Dollar einen ersten Abschluss erreicht und fokussiert sich auf Sekundäranteile im bestehenden Portfolio. Zachary Lindquist beschreibt den Auslöser als zyklische Volatilität: „In den guten Jahren sind alle euphorisch, in den schlechten Jahren kippt die Stimmung, und dann ergibt sich die Chance, einen LP mit Liquiditätsbedarf auszukaufen.“ Obwohl die Administration von Präsident Donald Trump als krypto freundlich gilt und 2025 mehrere Börsengänge stattfanden, bleibt die Stimmung aktuell gedämpfter. Genau in diesem Umfeld will Pure Crypto Liquiditätsabschläge nutzen, statt auf Rückenwind im primären Fundraising zu setzen.

Abrufstruktur und Strategiemix

Das neue Vehikel ist der dritte Fonds der Firma und nutzt eine Private Equity typische Abrufstruktur mit Kapitalabrufen. Investiert werden soll zu gleichen Teilen in klassische Venture Fonds und in liquide Hedgefonds, ergänzt um ausgewählte Direktbeteiligungen. Bitcoin und Ether bewegen sich laut Artikel seit Jahresbeginn in etwa seitwärts und liegen über die vergangenen zwölf Monate zweistellig im Minus, was den Druck auf einzelne Investoren erhöht. Pure Crypto will ausschließlich mit Fondsmanagern arbeiten, die das Haus seit dem Start 2018 begleitet, und bevorzugt Teams mit Erfahrung aus früheren Abwärtsphasen am Kryptomarkt. Für den liquiden Teil stehen aufsteigende Kurse ausgerichtete Strategien mit belastbarer Historie im Fokus, Hochfrequenzhandel und trendfolgende Strategien bleiben außen vor.

Liquiditätsreserve für die nächste Marktverwerfung

Nach dem starken Jahr 2025 bei Krypto M&A und Börsengängen rechnen Marktteilnehmer damit, dass 2026 ähnlich aktiv werden könnte, BitGo hat bereits einen Börsengang abgeschlossen. Lindquist und Jeremy Boynton bringen Erfahrung aus Sondersituationen mit, unter anderem aus Käufen von Kryptoassets aus der Insolvenz der Börse FTX. Boynton beschreibt den Anspruch an die Kapitalstruktur so: „Es geht um eine hochwertige Kapitalstruktur, damit wir Kapital einsetzen und gleichzeitig Liquiditätsreserven halten können. Wenn es eine Marktverwerfung gibt, haben wir mehr Mittel, um diese Sekundäranteile zu kaufen.“ Damit positioniert sich das Vehikel als taktischer Käufer in Stressphasen, mit klarem Fokus auf bekannte Manager und vorab geprüfte Strategien.

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