Der Einstieg des Finanzinvestors Cinven bei Grant Thornton UK hat den Equity-Partnern der Sozietät eine einmalige Sonderzahlung von 35,2 Millionen Pfund beschert. Parallel wurde die Prüfungspraxis von Beratung und Steuern strukturell abgetrennt.
Laut Unterlagen bei Companies House verteilt sich die Summe von 35,2 Millionen Pfund auf rund 208 Equity-Partner. Das entspricht einer Prämie von durchschnittlich 160.000 Pfund pro Kopf und einem Zuschlag von etwa 23 Prozent auf das Jahresgehalt. Der Profit per Equity Partner lag 2024, also vor Vollzug der Transaktion Anfang 2025, bei 682.000 Pfund. Chief People Officer Abigail Fisher hatte zuvor öffentlich das Ziel formuliert, im Wettbewerb um Personal zur bestbezahlenden Adresse aufzusteigen.
Der bereits im November 2024 angekündigte Einstieg von Cinven ist die bislang größte externe Kapitalöffnung eines britischen Professional-Services-Hauses, der Kaufpreis wurde nicht veröffentlicht. Im Mai wies Grant Thornton für das jüngste Geschäftsjahr einen Umsatz von 787 Millionen Pfund aus, ein Zuwachs von 4 Prozent. Zugleich wurde die Prüfungspraxis organisatorisch von der Beratungs- und Steuerpraxis gelöst, um regulatorischen Anforderungen an Prüferunabhängigkeit gerecht zu werden.
Die britische Aufsicht Financial Reporting Council beobachtet den PE-Trend aktiv. FRC-Chef Richard Moriarty formulierte zuletzt, seine Behörde sei zwar neutral zur Kapitalquelle, aber keineswegs desinteressiert. Er lädt Investoren vor jedem Einstieg zum Gespräch ein und hat einzelne Bewerber bereits abgewiesen, weil sie die Auflagen für Prüfungsgesellschaften unterschätzten.




