Generalanwältin Louise Capon und Personalchefin Dorothy Hisgrove scheiden bei KPMG Australia aus, nur Tage bevor der parlamentarische Untersuchungsausschuss zum Whistleblower-Skandal erneut tagt.
Beide Managerinnen standen seit mindestens Mitte Juni unter erheblichem Rücktrittssdruck aus den eigenen Reihen. Der Unmut entzündete sich daran, wie KPMG mit den Vorwürfen eines ehemaligen Mitarbeiters umgegangen war, der unter anderem den Missbrauch vertraulicher Mandantendaten zur Neugeschäftsgewinnung, Schummeln bei internen Prüfungen und Mobbing angezeigt hatte. Inzwischen wurde der Großteil dieser Vorwürfe bestätigt. Capons Rechtsabteilung und Hisgroves Personalbereich hatten die Reaktion der Kanzlei maßgeblich geprägt, der Parlamentsausschuss prüft nun, ob dabei der Schutz der Rechtsposition über die tatsächliche Aufklärung gestellt wurde.
Capon und Hisgrove reihen sich in eine wachsende Liste von Abgängen ein: CEO Andrew Yates, Chairman Martin Sheppard und mehrere Audit-Partner haben bereits den Hut genommen, COO Eileen Hoggett wurde entlassen. Auch Chief Risk Officer Paul Low gab am selben Tag seine Funktion ab, bleibt aber vorerst im Unternehmen. Der neue CEO John Sams nutzt die Umbruchphase, um das Führungsgremium zu verkleinern und die Position des Chief Strategy Officer zu streichen.
Parallel stimmen die Partner über die Bestätigung von Michael Ebeid als neuem Chairman ab. Trotz Kritik, dass Ebeid als Vorstandsmitglied an der gescheiterten Aufarbeitung beteiligt war, gilt seine Wahl mangels Alternative als wahrscheinlich, auch weil die Partnerschaft vor der Freitagsanhörung Geschlossenheit demonstrieren will.




