AI Slop flutet die Plattformen: Instagram-Chef warnt vor Vertrauensverlust

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January 6, 2026
06.01.2026
2 Minuten Lesezeit

Billig produzierte KI-Inhalte überschwemmen die Plattformen, während Nutzer zunehmend mit Ablehnung reagieren.

Überdruss an künstlichen Inhalten

Die Stimmung kippt. KI-Werbespots von McDonald's und Coca-Cola lösen Proteste aus. Spott über typische Merkmale maschinell erstellter Texte gehört längst zum Alltag. Wo Qualität fehlt, gilt KI als Schuldiger. Psychologen erkennen darin Reaktanz: Menschen wehren sich, wenn sie ihre Selbstbestimmung gefährdet sehen.

Authentizität verliert ihre Beweiskraft

Adam Mosseri, Chef von Instagram, formuliert in seinem Jahresrückblick eine verstörende These: Fotografien galten bislang als Beleg für reale Momente. Diese Sicherheit löst sich auf. Mosseri warnt: „Das wird unangenehm – wir sind genetisch dazu veranlagt, unseren Augen zu trauen." Der Plattformbetreiber fordert sichere Kennzeichnungen sowohl für generierte als auch für echte Inhalte. Gleichzeitig räumt er ein: „Authentizität wird unendlich reproduzierbar."

Rückzug ins Private

Öffentliches Teilen persönlicher Erlebnisse ist laut Mosseri Geschichte. Private Nutzer zeigen ihren Alltag kaum noch auf offenen Plattformen. Stattdessen wandern diese Inhalte in Direktnachrichten und Statusfunktionen von WhatsApp oder Signal. Was auf Social Media bleibt, ist professionell kuratiert. Interessanterweise reagieren Creator mit dem Gegenteil: Bewusst rohe, ungeschliffene Ästhetik wird zum Stilmittel. Perfektion ist billig geworden und verliert damit an Wert.

Vertrauen verschiebt sich zu etablierten Quellen

Da KI-Antworten in Suchmaschinen und Chatbots fehleranfällig sind, dürften Nutzer vermehrt auf bekannte Absender und etablierte Medienmarken setzen. Hintergrundinformationen zu Accounts gewinnen an Bedeutung.

Millionengeschäft mit minderwertigem Content

Eine Kapwing-Untersuchung offenbart das Ausmaß: Rund ein Drittel der Videos, die Youtube neuen Nutzern präsentiert, besteht aus sogenanntem AI Slop. Diese schnell und günstig produzierten Clips zielen auf Werbeeinnahmen oder verbreiten zweifelhafte Informationen. Die Ausschüttungen an Produzenten solcher Inhalte beziffert Kapwing auf 117 Millionen US-Dollar. Ganze Webseiten lassen sich mittlerweile in Minuten erstellen. Oft stehen dahinter Akteure, die gezielt Falschinformationen und Propaganda streuen.