Align will Film und Medienfinanzierung als institutionelle Private Debt Strategie etablieren und dafür 100 Millionen Euro einsammeln. Der Kernunterschied zu den früheren Filmfonds: Es geht um besicherte Kredite statt um Eigenkapitalwetten auf den Kinoerfolg.
Geschlossene Filmfonds haben in Deutschland viele Anleger enttäuscht, Align setzt deshalb konsequent auf Kreditstrukturen. Gründer Adrian Politowski stellt die Logik klar auf Rückzahlung vor Veröffentlichung und auf Sicherheiten ab. Entscheidend ist damit weniger das Einspielergebnis, sondern ob ein Projekt fertiggestellt wird und Zahlungsströme vertraglich durchgesetzt werden können. Die Strategie soll Renditen liefern, ohne dass Investoren am wirtschaftlichen Upside oder Downside eines Films direkt hängen.
Das zentrale Risiko liegt laut Politowski beim Kontrahenten Risiko, also ob der Distributor zahlt. Align finanziert Produktionen vor und arbeitet mit Abtretungsvereinbarungen, damit Zahlungen bei Lieferung direkt an den Fonds fließen, als Beispiel nennt er Universal Pictures. Die Coronakrise war dabei ein Stresstest: Kinos waren lange geschlossen, Verwertungsmärkte brachen ein, der Branchenumsatz sank laut Politowski um 61 Prozent, einzelne Gegenparteien mussten restrukturiert werden. Unter normalen Marktbedingungen nennt Align ein jährliches Nettorenditeziel von rund 12 Prozent, gestützt auf Sicherheiten wie Tax Credits (Steuergutschriften) und Distributor Garantien, teils ergänzt um noch nicht verkaufte Verwertungsrechte, deren Wert konservativ über interne Analysen, externe Experten und eine eigene Projektdatenbank abgeleitet wird.
Seit Gründung sammelte Align 42 Millionen Euro für den ersten Fonds ein, der zweite wurde als Fortführungsfonds (Continuation Fonds) mit 32 Millionen Euro aufgelegt. Insgesamt seien rund 110 Millionen Euro in 24 Filmprojekte investiert worden, nun läuft die Kapitalakquise für Fonds drei mit Zielvolumen 100 Millionen Euro. Manuela M. Fröhlich verantwortet seit Herbst 2025 Fundraising und Investor Relations und argumentiert mit wenig Bankwettbewerb, hoher Selektion und strukturellem Finanzierungsbedarf, getrieben durch Streaming Plattformen.




