Apollo-CEO Marc Rowan attestiert Europa auf einer Bank-of-America-Konferenz enormes Wachstumspotenzial im Direktkreditgeschäft. Zugleich wirft er der Region aber ein tiefes Verständnisproblem bei Private Markets vor.
Auf der Finanz-CEO-Konferenz der Bank of America Securities hat Apollo-Chef Marc Rowan der europäischen Finanzbranche eine klare Ansage gemacht: Beim Direktkreditgeschäft erwartet er in Europa das stärkste Wachstum weltweit. Die Region müsse sich aber erst noch mit Private-Market-Anlagen anfreunden. Das vorhandene Wissen darüber beziehe sich, so Rowan, „ausschließlich auf Buyouts, Hebelgeschäfte und Transaktionen". In den USA investieren institutionelle Anleger schon seit Jahren in Private Credit. Europäische Marktteilnehmer stehen laut Rowan dagegen noch ganz am Anfang. Apollo zählt zu den größten alternativen Vermögensverwaltern der Welt und baut sein Private-Credit-Geschäft in Europa gezielt aus.
Die Aussagen reihen sich in mehrere Schritte ein, mit denen Apollo den privaten Kreditmarkt zugänglicher machen will. Im Frühjahr hatte Rowan Kritik an Wettbewerbern geübt, nachdem Apollo bei einem seiner Kreditfonds die vierteljährliche Rücknahmegrenze bei 5 Prozent festgelegt hatte. Wenig später stellte das Unternehmen in Aussicht, seine Fonds künftig täglich zu bewerten, um mehr Preistransparenz zu schaffen. Zudem prüft Apollo laut einem früheren Bericht den Verkauf seiner börsennotierten Tochter MidCap Financial Investment Corp., die mit rund 3 Milliarden Dollar bewertet wird; die Gespräche befinden sich noch in einem frühen Stadium. Für Anleger in Europa bedeutet Rowans Einschätzung vor allem eines: erhebliches Wachstumspotenzial im Direktkreditgeschäft, verbunden mit der Notwendigkeit, sich mit einer weniger liquiden und komplexeren Anlageklasse vertraut zu machen.




