Partners Group und KKR streiten um Milliarden

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September 22, 2026
25.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Im europäischen Evergreen-Markt für Privatanleger liefern sich Partners Group und KKR ein enges Rennen um die Marktführerschaft. Aktuelle Daten zeigen die Schweizer mit 22 Milliarden Euro noch knapp vorn, doch die US-Konkurrenz wächst deutlich schneller.

Rangstreit mit Interpretationsspielraum

Beim europäischen Privatkundengeschäft mit sogenannten Evergreen-Fonds, offenen Vehikeln ohne Ablaufdatum, ist ein Rangstreit zwischen Partners Group und KKR entbrannt. KKR hatte bei einem Medienanlass in Zürich verkündet, die Schweizer als größten Anbieter europadomizilierter Evergreen-Fonds abgelöst zu haben, gestützt auf Daten vom ersten Quartal. Aktuellere Zahlen des Beratungsunternehmens Novantigo per Ende Juni zeigen jedoch ein anderes Bild: Partners Group führt mit 22 Milliarden Euro vor KKR mit 15 Milliarden, gefolgt von Blackstone, Hamilton Lane und der Schweizer LGT Capital Partners. Der Unterschied geht maßgeblich auf einen großen, als Trust auf Guernsey organisierten Partners-Group-Fonds zurück, der sich zwar primär an europäische Anleger richtet, aber in manchen Ranglisten als Offshore-Vehikel gilt. Zählt man ihn mit, liegt Partners Group klar vorn.

US-Konzerne wachsen schneller

Unabhängig vom Ranking wächst die Konkurrenz deutlich dynamischer. KKR verwaltet insgesamt 796 Milliarden Dollar, davon entfallen 43 Milliarden Dollar oder 5,4 Prozent auf Evergreen-Strukturen im Privatvermögen. Das ist ein Plus von 70 Prozent binnen zwölf Monaten. Partners Group kommt auf 186 Milliarden Dollar verwaltetes Vermögen, davon liegen 54 Milliarden oder 29 Prozent in Evergreen-Fonds. Im ersten Halbjahr floss dem Bereich aber nur netto 0,4 Milliarden Dollar an neuem Kapital zu. Gleichzeitig zogen Anleger 3,8 Milliarden Dollar aus älteren, schwächer performenden Fonds der Jahrgänge 2017 bis 2021 ab. Neuere Anbieter profitieren davon, diese teuren Boom-Jahrgänge nicht im Portfolio zu haben. Laut Berater André Schnurrenberger wurden 80 Prozent der europäischen Fonds erst in den vergangenen vier Jahren aufgelegt. Erfolgreich zeigt sich Partners Group hingegen bei neueren Vehikeln, etwa einem Infrastrukturfonds, der Ende Juni bei 20 Milliarden Dollar geschlossen wurde. An der Börse haben beide Aktien gelitten, Partners Group deutlicher als KKR. Bei attraktiverer Bewertung gilt für die Aktie weiterhin die Einstufung "Halten".

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