Mit dem Erwerb einer Produktionsimmobilie in Wasserburg am Inn setzt W. P. Carey auf das klassische Net Lease Prinzip. RKW gewinnt über das Sale Leaseback Liquidität, während der Investor ein langfristig indexiertes Ertragsprofil sichert.
Der Abschluss wurde im Dezember 2025 vollzogen und betrifft eine Industrieimmobilie mit rund 21.800 Quadratmetern. RKW verkauft den Standort und bleibt zugleich als Mieter an Bord, weil das Objekt für die Produktionsinfrastruktur des Kunststofffolienherstellers als betriebskritisch gilt. W. P. Carey betont die technische Qualität des Gebäudes, einschließlich eines Wärmerückgewinnungssystems, das den laufenden Energiebedarf der Anlage adressiert. Für den US Investor ist die Transaktion ein weiterer Schritt, die Präsenz in Deutschland über operative Kernimmobilien mit stabilen Nutzern zu erweitern.
Die Mietbindung ist auf 20 Jahre ausgelegt und als Triple Net Struktur vereinbart, sodass RKW neben der Miete auch Instandhaltung, Versicherungen und Steuern trägt. Zentral für die Cashflow Logik sind jährliche Mietanpassungen, die an den deutschen Verbraucherpreisindex CPI gekoppelt sind. Damit wird das Mietprofil explizit auf Kaufkraftschutz ausgerichtet, ohne dass der Vermieter operative Kostenrisiken trägt. Christopher Mertlitz, Head of European Investments bei W. P. Carey, fasst die Investmentthese so zusammen: „Die strategische Bedeutung der Immobilie, kombiniert mit einem marktführenden Mieter und einem langfristigen Mietvertrag, macht sie zu einer äußerst attraktiven Ergänzung unseres Portfolios“.
RKW verknüpft den Standort mit Nachhaltigkeitszielen und verweist darauf, an deutschen Standorten Strom aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Unter der Initiative „ECORE“ adressiert das Unternehmen Kreislaufwirtschaft und berichtet seit 2017 eine Reduktion der CO2 Emissionen um 55 Prozent. Finanziell liegt der Schwerpunkt jedoch auf der Bilanzwirkung: Corrado Piroli, CFO von RKW, erklärt: „Durch die Monetarisierung unseres Standorts in Wasserburg im Rahmen eines langfristigen Sale Leasebacks haben wir substanzielle Liquidität freigesetzt, um unsere strategischen Ziele zu unterstützen“. Damit zeigt die Transaktion, wie Real Estate in Industriegruppen als Finanzierungskomponente genutzt wird, ohne die operative Kontrolle über den Standort zu verlieren.
Das Unternehmen setzt damit eine seit Jahren verfolgte Deutschlandstrategie fort, bei der Sale Leaseback als Eintrittspunkt in Bestandsobjekte dient. Seit dem Markteintritt 2003 hat W. P. Carey nach eigenen Angaben mehr als 1,15 Milliarden Euro in deutsche Immobilien investiert. Der Deal in Wasserburg stärkt vor allem die Positionierung in einem Segment, in dem lange Laufzeiten und indexierte Mieten als defensive Bausteine im Real Assets Portfolio gelten.




