Der Arbeitgeber reicht den Stift weiter. Viele Arbeitnehmer empfinden das als Bürde. Ein Fehler, findet Karriereexpertin Cornelia Riechers.
Wer kennt Ihre Leistungen besser als Sie selbst? Niemand. Wer investiert mehr Sorgfalt in Ihr Zeugnis? Ebenfalls niemand. Riechers bringt es auf den Punkt: Niemand wisse so genau wie Sie selbst, was Sie getan und geleistet haben. Der Einwand, Zeugnisse seien ohnehin nicht glaubwürdig? Recruiter lesen trotzdem genau.
Ein vollständiges Arbeitszeugnis braucht Struktur. Am Anfang stehen die Eckdaten: Name, Geburtsdatum, Eintritt, Position, Unternehmensbereich. Eine kurze Firmenbeschreibung ordnet Ihre Tätigkeit ein und gibt dem Leser Orientierung.
Der wichtigste Abschnitt: Ihre Aufgaben. Vermeiden Sie Allgemeinplätze wie „Projektarbeit". Konkrete Angaben wirken: Budgetverantwortung, Teamgrößen, fachliche Schwerpunkte. Auch Ihre Stellung in der Hierarchie verdient Erwähnung.
Bei der Leistungsbeurteilung helfen Textbausteine als Startpunkt. Doch erst der Bezug zu Ihren tatsächlichen Aufgaben macht die Bewertung glaubhaft. Die abschließende Zufriedenheitsformel sollte sich an etablierten, rechtssicheren Formulierungen orientieren.
Das Sozialverhalten beschreibt Ihre Zusammenarbeit mit Kollegen, Vorgesetzten und externen Partnern. Besonders relevant: Führung ohne disziplinarische Weisungsbefugnis.
Die Beendigungsformel erklärt Zeitpunkt und Grund des Ausscheidens. Sie kann Vorurteile entkräften. Abschließend gehören Bedauern, Dank und gute Wünsche ins Zeugnis. Kein Rechtsanspruch, aber auffällig, wenn sie fehlen.




