Bei der Hamburger Privatbank haben die Prüfer ein Bild gezeichnet, das die Finanzaufsicht zum Handeln zwang. Die Vorstände sind raus, Sonderbeauftragte übernehmen.
Den Stein ins Rollen brachten Erkenntnisse aus der Abschlussprüfung für das Geschäftsjahr 2025. Beanstandet wurden Termingeschäfte mit Aktien samt Rückerwerbsklauseln, die das Eigenkapital künstlich aufgepumpt haben sollen. Daneben gerieten auffällige Vorgänge mit Wandelanleihen ins Blickfeld. Auch intern brodelte es: Die Compliance-Verantwortliche zog die Konsequenzen und warf hin. Die Folgen für die Geschäftszahlen sind massiv. Statt 81,6 Millionen Euro Gewinn aus dem Vorjahr peilt Berenberg für 2025 nur noch rund 20 Millionen an.
Auch bei der Wirtschaftsprüferkammer spiegelt die jüngste Bilanz ein zunehmend rigoroses Vorgehen. Zwar wurden mit 137 Aufsichtsverfahren weniger Fälle eröffnet als 2024 mit 160, doch die Zahl der ausgesprochenen Sanktionen stieg auf 38. Ein befristetes Berufsverbot war darunter. In 21 Fällen kamen Geldbußen zwischen 500 und 25.000 Euro zur Anwendung, ergänzt um Rügen. Mehr als die Hälfte der Maßnahmen ging auf fachliche Mängel bei Prüfungen zurück.
Trotz härterer Kontrollen wächst der Andrang aufs Examen. 2.402 Anwärter stellten sich 2025 der Prüfung, ein Plus von elf Prozent. 509 Kandidaten kamen durch.
In Sachen Regulierung mahnt die WPK zur Zurückhaltung beim Konnektivitätsprojekt von EFRAG, das Finanz- und Nachhaltigkeitsberichte verzahnen soll. Das IDW fordert parallel Erleichterungen, etwa beim ESEF-Format. Zugleich greift seit diesem Jahr die DAC-7-Richtlinie, durch die Finanzämter direkten Zugriff auf Buchhaltungssysteme erhalten und stärker auf Verrechnungspreise schauen.




