Der bevorstehende Abschied der Beratungsgesellschaft aus dem Bürokomplex über dem Frankfurter Fernbahnhof versetzt die Eigentümer in Zugzwang. Wenn KPMG 2028 in die Innenstadt zieht, drohen mehr als die Hälfte der Flächen leerzustehen.
KPMG hat den Beschluss gefasst, sein Frankfurter Standbein neu zu sortieren. Die Beratungsgesellschaft wird ihre Räume im markanten Komplex über dem ICE-Bahnhof vertragsgemäß verlassen und in die Innenstadt ziehen. Was für KPMG nach einer routinemäßigen Standortentscheidung aussieht, hinterlässt am alten Sitz eine empfindliche Lücke. Bei einer Gesamtmietfläche von rund 140.000 Quadratmetern könnte der Auszug dazu führen, dass mehr als die Hälfte der Büros ohne Nutzer dasteht. Verbleibende Mieter wie Atos, Michelin, Nemak Europe und Porsche Consulting können diesen Verlust kaum auffangen.
Die Folgen für die Eigentümer sind handfest. AGC Equity Partners und Hana Financial mussten kürzlich die Tilgung eines Kredits von knapp 540 Millionen Euro abermals um drei Monate strecken. Im Hintergrund laufen Gespräche über eine dauerhafte Anschlusslösung. Parallel hat sich der Wert des Gebäudes drastisch reduziert. Für rund 950 Millionen Euro war es 2019 den Besitzer gewechselt, heute setzt die Ratingagentur S&P es nur noch mit etwa 517 Millionen Euro an. Ein Minus von rund zwei Fünfteln.
Inmitten dieser Lage konnte der Asset-Manager Sonar Real Estate immerhin einen neuen Mieter präsentieren. Die Fraport AG übernimmt rund 6.000 Quadratmeter auf zwei Etagen für ihr zentrales Infrastrukturmanagement. Christoph Wittkop, Managing Partner und CEO von Sonar, ordnet den Schritt ein: „Mit der Fraport gewinnt das The Squaire einen Mieter, der gut zum Profil des Standorts passt." Die Vermietung unterstreiche die Qualitäten des Objekts und stärke die bestehende Mieterstruktur. Trotz dieses Lichtblicks bleibt die zentrale Frage: Ob einzelne neue Verträge wie der mit Fraport ausreichen, um die strukturelle Schieflage nach dem KPMG-Abschied auszugleichen, dürfte sich erst nach 2028 zeigen.




