Berlin prüft schärferes Übernahmerecht

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September 24, 2026
26.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Nach dem umstrittenen Übernahmeangebot der italienischen Unicredit für die Commerzbank denkt das Bundesfinanzministerium über eine Reform des Übernahmerechts nach.

Vom Aktienaufbau zur schleichenden Kontrollübernahme

Bis Mai 2026 hatte sich Unicredit einen knapp 30-prozentigen Anteil an der Commerzbank gesichert und dann ein freiwilliges Übernahmeangebot ohne nennenswerten Kursaufschlag vorgelegt. Sobald es abgewickelt ist, überschreitet die Bank die 30-Prozent-Schwelle und kann anschließend ohne Einschränkungen weitere Anteile erwerben, um die Kontrolle zu übernehmen. Ein vergleichbares Vorgehen wählten zuletzt bereits der britische Händler Frasers bei seinem Einstieg bei Hugo Boss und der italienische Medienkonzern MediaForEurope bei der Übernahme von ProSiebenSat.1.

Kritik an Weidmann und Ruf nach schärferen Regeln

Commerzbank-Aufsichtsratschef Jens Weidmann kritisierte im August, Unicredit habe sich mit einem finanziell wenig attraktiven Angebot die Mehrheit gesichert, ohne eine angemessene Kontrollprämie zu zahlen, und verwies auf strengere Regeln in den USA und Großbritannien. Das Bundesfinanzministerium reagiert nun mit einer Prüfung: „Das BMF prüft derzeit, ob eine Anpassung des bestehenden Übernahmerechts erforderlich ist", teilte eine Sprecherin des Ministeriums mit. Die Bundesregierung erfüllt damit eine Zusage aus dem Koalitionsvertrag zwischen Union und SPD, abgeschlossen ist die Prüfung nach Angaben des Ministeriums allerdings noch nicht.

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