Bilfinger streicht 1.500 Stellen wegen Iran-Krieg

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September 17, 2026
20.09.2026
2 Minuten Lesezeit

Bilfinger reagiert auf die andauernde Nahost-Krise mit einem weltweiten Abbau von 1.500 Arbeitsplätzen und schraubt seine Jahresprognose spürbar zurück. Die Börse reagierte mit einem Kurssturz von mehr als 20 Prozent.

Gewinnwarnung nach Kurssturz

Bilfinger rechnet nicht mehr mit einer Erholung in der zweiten Jahreshälfte und baut deshalb weltweit 1.500 Stellen ab. Der Industriedienstleister räumte am Mittwochabend ein, dass sich das Geschäft im Sommer deutlich schwächer entwickelt habe als ursprünglich angenommen, weil sich der Konflikt im Iran länger hinzieht als erwartet. Die Aktie reagierte darauf am Donnerstag mit einem Kurssturz von mehr als 20 Prozent im frühen Handel und fiel auf den niedrigsten Stand seit April des vergangenen Jahres. Ein Händler sprach von einer „bitteren Gewinnwarnung".

Kunden halten sich weiter zurück

CEO Thomas Schulz hatte gehofft, der Wiederaufbau im Nahen Osten würde dem Geschäft neuen Schwung verleihen, doch die Kunden hielten sich auch im dritten Quartal zurück: Sie vergaben kaum neue Aufträge und riefen auch aus laufenden Rahmenverträgen kaum Leistungen ab. Weil dadurch viele Mitarbeiter nicht ausgelastet sind, sinkt die Profitabilität spürbar. Mit dem Sparprogramm „Agile" will Bilfinger nun gegensteuern: Laut Schulz soll es „die Flexibilität unserer Organisation" erhöhen, „um auf Marktveränderungen, wie den anhaltenden Konflikt im Mittleren Osten, künftig schneller und unabhängiger reagieren zu können". Der Abbau von 1.500 der weltweit 31.000 Stellen belastet den diesjährigen Gewinn mit 75 Millionen Euro, die Bilfinger im vierten Quartal zurückstellt. Ab 2028 soll das Programm dann jährlich zusätzliche 75 Millionen Euro Gewinn beisteuern.

Tiefere Ziele für 2026, Kurs für 2030 bleibt

Beim Umsatz für 2026 senkt Bilfinger die Erwartung auf 5,3 bis 5,7 Milliarden Euro, zuvor waren 5,4 bis 5,9 Milliarden Euro angepeilt. Deutlicher fällt der Einschnitt bei der Ebita-Marge aus: Statt der ursprünglich geplanten 5,8 Prozent rechnet der Konzern nun nur noch mit 3,2 bis 3,6 Prozent. Auch wenn man die Kosten für „Agile" herausrechnet, läge die Marge nur bei 4,6 bis 5,0 Prozent und damit weiterhin unter dem ursprünglichen Ziel. Am Ziel für 2030 hält Bilfinger dagegen fest: Der Umsatz soll bis dahin, auch gestützt durch Zukäufe, im Jahresdurchschnitt um acht bis zehn Prozent zulegen, die Ebita-Marge soll dann acht bis neun Prozent betragen.

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