Biontech schließt drei Werke

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September 29, 2026
02.10.2026
2 Minuten Lesezeit

Die Biontech Standortschließung betrifft die drei deutschen Produktionsstandorte Idar-Oberstein, Marburg und Tübingen. Ein Verkauf an Investoren kam nicht zustande, die Beschäftigten erhalten ergänzende Abfindungskonditionen.

Kein Käufer für Marburg, Tübingen und Idar-Oberstein

Für die Beschäftigten an den drei Standorten endet die Beschäftigung in den kommenden Jahren: Tübingen läuft Ende 2027 aus, Marburg folgt Anfang 2028, Idar-Oberstein Ende 2028. Nach Unternehmensangaben sind rund 1800 Mitarbeiter betroffen. Biontech hatte den Verkauf der Werke monatelang geprüft und dafür internationale, nationale und mittelständische Interessenten aus der mRNA-, Antikörper- und Plasmidproduktion sowie der Zell- und Gentherapie angesprochen. Zu einem Abschluss kam es in keinem der drei Fälle. Als Grund nennt das Unternehmen das derzeit schwierige Markt- und Investitionsumfeld. Mit dem Konzernbetriebsrat wurden ergänzende Abfindungskonditionen vereinbart, Details nannte Biontech zunächst nicht. Anders verlief die Trennung bei der Berliner Tochter JPT Peptide Technologies: Deren rund 130 Stellen übernahm die Münchner Dubag Group.

Krebsmedizin statt Corona-Impfstoff

Der Standort Marburg steht auf dem Gelände der historischen Behringwerke und war einst von Novartis übernommen worden; dort entstanden Covid-19-Impfstoffe auf mRNA-Basis sowie Plasmid-DNA. In Idar-Oberstein lief die Produktion von Therapeutika für frühe klinische Entwicklungsphasen. Tübingen ist der Sitz von Curevac, dessen Übernahme Biontech im Sommer 2025 angekündigt hatte und die sich über Monate zog. Bereits im Frühjahr hatte das Mainzer Unternehmen erklärt, die drei Standorte nicht weiter betreiben zu wollen, und dies mit geringer Auslastung, Überkapazitäten, Kosteneinsparungen und dem Fokus auf die Krebsmedizin begründet. Curevac-Gründer Ingmar Hoerr warf Biontech damals Täuschung vor: Bei der Übernahme sei ein gemeinsames Unternehmen vereinbart worden, das nun fallengelassen werde. Biontech beschäftigt weltweit rund 7200 Menschen und weist für das erste Halbjahr 2026 einen Verlust von 1,35 Milliarden Euro aus. Spätestens Ende 2026 verlassen Uğur Şahin und Özlem Türeci das Unternehmen und gründen in Mainz die Firma Arife; Anteilseigner von Biontech wollen sie bleiben. Neuer Vorstandsvorsitzender wird spätestens zum 1. Februar 2027 Guido Oelkers, der zuletzt bei Swedish Orphan Biovitrum tätig war.

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