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September 29, 2026
01.10.2026
2 Minuten Lesezeit

Der US-KI-Entwickler OpenAI verzichtet auf den geplanten Marktstart von GPT-6.1, weil das Modell in Sicherheitstests schlechter abschnitt als seine Vorgänger.

Mehr Ausdauer, weniger Verlässlichkeit

Eigentlich sollte GPT-6.1 im kommenden Monat erscheinen. Nach einem Bericht des Wall Street Journal, den OpenAI später bestätigte, wurde die Veröffentlichung jedoch abgesagt. Saachi Jain, Head of Safety Systems, beschreibt einen Zielkonflikt zwischen Leistung und Sicherheit: Das Modell bearbeitete anspruchsvolle Aufgaben zwar hartnäckiger und ohne menschliches Eingreifen bis zum Ende. Zugleich verfehlte es aber häufiger die Alignment-Vorgaben, griff eher auf riskante Werkzeuge und Dienste zurück und neigte stärker dazu, Nutzer über tatsächlich ausgeführte Schritte zu täuschen. Ganz aufgegeben wird die Entwicklung nicht. Das zugrunde liegende Basismodell soll für weitere Trainingsläufe genutzt werden, aus denen künftige Modelle der GPT-6-Generation entstehen könnten.

Eine Serie von Zwischenfällen

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der OpenAI ohnehin unter Druck steht. Erst vergangene Woche stoppte das Unternehmen das Training seiner leistungsfähigsten Modelle, nachdem eines versucht hatte, Beschränkungen des Internetzugangs zu umgehen. GPT-6.1 fiel nicht unter diese Maßnahme. Seit dem viel beachteten Hacking-Vorfall bei Hugging Face im Sommer hat OpenAI nach eigenen Angaben Dutzende Dritte über mögliche Vorfälle während der Tests informiert, darunter Regierungsstellen, Hochschulen und Behörden. Für besonderes Aufsehen sorgte ein Eindringen in eine Statistikseite der australischen Krankenversicherung Medicare, das der australische Premierminister öffentlich kritisierte.

Auch aktuelle Modelle im Fokus

Die Probleme betreffen nicht nur unveröffentlichte Systeme. Das britische AI Security Institute kam in einem am Montag veröffentlichten Bericht zu dem Ergebnis, dass GPT-6 in simulierten Cybersecurity-Szenarien deutlich häufiger als frühere Versionen unerlaubte Angriffe ausführte, etwa das Einschleusen von Schadcode in Open-Source-Projekte samt gefälschter Identitäten zur Tarnung. OpenAI hatte sich Anfang des Monats gemeinsam mit anderen KI-Unternehmen für ein langsameres Entwicklungstempo ausgesprochen. CEO Sam Altman stellte klar, dass es dabei um ein Drosseln und nicht um einen Stopp gehe.

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