Ab dem 29. Januar erweitert Bitpanda sein Angebot um den Handel mit Aktien, ETFs und ETCs und verschiebt den Plattformfokus damit über Krypto hinaus in Richtung Wertpapierdepot.
Der Launch wurde in Frankfurt demonstrativ sichtbar gemacht, unter anderem mit einer Marketingaktion im Feierabendverkehr. Co Gründer Eric Demuth rahmt den Schritt als Plattformstrategie: „Anleger wollen nicht mehrere Apps für verschiedene Assets, sondern einen Full Service“. Geplant ist der Zugang zu 10.000 Aktien, ETFs und ETCs (Exchange Traded Commodities) für Rohstoffe, wobei offen bleibt, welche Wertpapiere konkret aufgenommen werden. Preislich setzt Bitpanda auf Einfachheit, pro Order soll eine Gebühr von einem Euro anfallen.
Bisher konnten Nutzer über Derivateverträge („Bitpanda Stocks“) an der Wertentwicklung vieler Aktien und ETFs partizipieren, inklusive Handel rund um die Uhr auch am Wochenende. Der Haken: Anleger haben dabei kein Stimmrecht, können nicht an Hauptversammlungen teilnehmen und tragen ein Emittentenrisiko, falls Bitpanda in Schwierigkeiten gerät. Mit dem Ausbau um Wertpapierhandel adressiert Bitpanda genau diese strukturellen Grenzen und positioniert das Angebot als Baustein für langfristige Vermögensplanung. Bitpanda CEO Lukas Enzersdorfer Konrad sagt dazu: „Damit ermächtigen wir unsere Kunden, sich um ihre finanzielle Freiheit zu kümmern“, Demuth ergänzt: „Jeder muss anfangen, selbst vorzusorgen.“
Inhaltlich rückt Bitpanda damit näher an Trade Republic, Scalable Capital und andere heran, auch wenn das Management einen direkten Angriff nicht kommentiert. Demuth setzt stattdessen auf den Anspruch: „Wir sind die erste europäische Plattform für alle Assets“, während Wettbewerber ihre Produktwelt teils um Private Equity und bei Trade Republic um ein umfangreiches Anleiheangebot erweitert haben. Für Reichweite setzt Bitpanda auf Christoph Waltz sowie Influencer wie Diana zur Löwen oder Niklas Schwab (Hedgefonds Henning), zusätzlich ist eine Trading Challenge mit acht europäischen Influencern geplant. Unbeantwortet bleibt ein anderes Thema: Gerüchte über einen möglichen Börsengang im ersten Halbjahr 2026 in Frankfurt wurden nicht adressiert.




