Blackstone profitiert von steigenden Verkäufen aus dem Beteiligungskapital-Portfolio und meldet ein Rekord-ergebnis. Gleichzeitig bleibt die Entwicklung der wiederkehrenden Gebühreneinnahmen der zentrale Prüfstein für den Kapitalmarkt.
Blackstone berichtet für das vierte Quartal 2025 Realisierungen von 10,8 Milliarden US Dollar aus dem Beteiligungskapital-Portfolio und damit den höchsten Quartalswert des Jahres. Bereits im dritten Quartal waren 9,3 Milliarden US Dollar erreicht worden, was den Trend untermauert. Als wesentlicher Treiber wird der Börsengang von Medline im Dezember genannt, der das Unternehmen mit mehr als 38 Milliarden US Dollar bewertete. Präsident und operativer Leiter Jon Gray spricht von einer „ungewöhnlichen Phase“ der letzten Jahre mit schwacher Aktivität bei Unternehmensverkäufen und Börsengängen. Eine Normalisierung erhöhe Transaktionsgebühren, verbessere Renditeprofile und spiele Kapitalgebern wieder Mittel zur Wiederanlage zu. Zusätzlich verweist Blackstone auf knapp 200 Milliarden US Dollar abrufbares Kapital für neue Investitionen.
Trotz der starken Realisierungen gingen die gebührenbasierten Erträge im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahr um 16 Prozent zurück. Diese Kennzahl gilt als besonders relevant, weil sie planbar ist und sich stabiler modellieren lässt als erfolgsabhängige Ergebnisbestandteile. Die Aktie reagierte entsprechend verhalten und lag zum Handelsschluss bei rund 142,94 US Dollar, etwa 2,6 Prozent niedriger. Auf Jahressicht stiegen die ausschüttungsfähigen Erträge an Aktionäre auf 5,57 US Dollar je Aktie beziehungsweise 7,1 Milliarden US Dollar und markierten einen Höchststand. Auch der erfolgsabhängige Gewinnanteil der Investmentteams aus realisierten Investments legte um 15 Prozent auf 1,1 Milliarden US Dollar zu. Für Investoren bleibt damit die zent-rale Frage, ob sich steigende Verkaufsaktivität und eine stabilere Gebührenbasis parallel verstetigen.
Blackstone verknüpft die Aussicht auf steigende Gebühren mit der Kapitalaufnahme der nächsten Quartale. Genannt wird ein Zwischenabschluss von 5 Milliarden US Dollar für den Flaggschiff-Zweitmarktfonds Strategic Partners, der mindestens 22 Milliarden US Dollar anstrebt. Zusätzlich meldet das Haus 10 Milliarden US Dollar für den jüngsten Asien-Fonds sowie weitere Abschlüsse in Vehikeln für opportunistische Strategien, Beteiligungen an Managementgesellschaften und Biowissenschaften. Besonders dynamisch ist der Privatkundenkanal, in dem die Zusagen 2025 um 53 Prozent auf 43 Milliarden US Dollar gestiegen sein sollen. Gray betont zugleich, dass institutionelle Anleger das Fundament des Hauses bleiben - ein Hinweis auf die Sensibilität der Kundenbeziehungen bei wachsendem Privatkundengeschäft. Für die Einordnung ist entscheidend, wie Blackstone Kapazität, Produktdisziplin und Renditeziele in diesem Mix austariert.




