Statt Simulationen setzen beide Unternehmen auf reale Fabrikdaten, um humanoide Roboter schneller industriefähig zu machen.
Bei humanoiden Robotern gilt zunehmend: Die Mechanik ist lösbar, der entscheidende Faktor ist das Lernen. Genau deshalb kooperieren Bosch und Neura Robotics. In Boschwerken sollen künftig echte Arbeits-, Bewegungs- und Umgebungsdaten erhoben werden, um KI-basierte Software für humanoide Roboter praxisnäher zu trainieren.
Der ungewöhnliche Ansatz: Mitarbeitende tragen Sensoranzüge, die Bewegungsabläufe und Kontextdaten erfassen. Neura Robotics kann diese Informationen mit Daten aus den eigenen Neura Gyms kombinieren, in denen Roboter trainiert werden. Bosch bringt dafür industrielle Breite und Fertigungs-Know-how ein, auch mit Blick auf seine weltweit rund 300 Fabriken.
Neura Robotics setzt auf Vernetzung über die Plattform Neuraverse. Roboter sollen Fähigkeiten teilen und durch Updates und KI kontinuierlich besser werden. Der Wettbewerb verschiebt sich damit von Hardware zu skalierbarer Software und zu Datenqualität.
Robotik Hersteller stehen unter Druck, reale Einsatzfähigkeit zu zeigen. Verbände und Investoren verweisen auf harte Kriterien in der Fertigung wie Zuverlässigkeit, Energieverbrauch und Wartungskosten. Kunden wie Schaeffler planen den großflächigen Einsatz und liefern zusätzliche Trainingsumfelder.
Neura Robotics rechnet 2026 erneut mit Umsätzen im dreistelligen Millionenbereich. Die Kooperation mit Bosch ist dabei vor allem ein Daten und Umsetzungsvorteil, um humanoide Robotik näher an industrielle Standards zu bringen.




