Der Firefox-Ableger setzt auf Datenschutz statt Sprachmodelle und wird damit zur Option für Unternehmen mit Compliance-Anforderungen.
Unter CEO Anthony Enzor-DeMeo richtet Mozilla seinen Browser neu aus. Firefox soll zum „modernen KI-Browser" werden, ausgestattet mit einem AI Window zur Auswahl verschiedener Sprachmodelle und Funktionen wie „Shake to Summarize" für iOS. Die Community reagierte kritisch. Mozilla-Entwickler Jake Archibald kündigte daraufhin einen Schalter an, der sämtliche KI-Features deaktivieren soll.
Alex Kontos, Entwickler des Firefox-Ablegers Waterfox, hat sich festgelegt: Large Language Models wird es in seinem Browser nicht geben. Seine Begründung: LLMs seien intransparente Black Boxes mit potenziellem Zugriff auf Tabs, Browserverlauf und Nutzerverhalten. Spezialisierte Tools wie Mozillas Übersetzungssystem Bergamot sieht er dagegen als unproblematisch, da sie auditierbar und zweckgebunden arbeiten. Waterfox baut auf Firefox ESR auf, deaktiviert Telemetrie standardmäßig und bietet mit einer Classic-Variante Unterstützung für ältere Erweiterungen.
Ob Mozillas angekündigter KI-Schalter nur Oberflächenelemente verbirgt oder auch Datenverbindungen zu KI-Diensten kappt, ist nicht bekannt. Ebenso offen bleibt die Frage nach lokaler oder cloudbasierter Verarbeitung.
Fließen Browserdaten an Cloud-Anbieter außerhalb der EU, gelten DSGVO-Vorgaben. Einwilligungen und Standardvertragsklauseln wären erforderlich. Bei US-Diensten könnten deutsche Datenschutzbehörden Prüfungen einleiten. Waterfox und vergleichbare Projekte wie LibreWolf positionieren sich als Alternativen für Organisationen, die KI-Integration grundsätzlich vermeiden wollen.




