Die Bundesregierung ist laut Insidern offen für einen Verkauf ihres 12,7-Prozent-Anteils an der Commerzbank an Unicredit, sofern sich beide Managements auf eine gemeinsame Strategie einigen. Eine formale Position ist dies aber noch nicht.
Vertreter der Bundesregierung sind laut Insidern offen für den Verkauf ihres 12,7-Prozent-Anteils an der Commerzbank an Unicredit, sofern sich beide Institute auf eine gemeinsame Strategie verständigen. Eine formale Regierungsposition ist das laut den Informanten nicht, ein Sprecher der Regierung erklärte lediglich, die Haltung habe sich nicht geändert. Wichtigste Bedingung für Gespräche sei, dass das amtierende Commerzbank-Management die Pläne von Unicredit unterstützt. Commerzbank-Chefin Bettina Orlopp lehnt zentrale Punkte, etwa die Einschnitte im internationalen Netzwerk, weiterhin ab. Unicredit-Chef Andrea Orcel hat ihr im Gegenzug mit einer Ablösung gedroht. Beide Seiten halten bislang an ihren Positionen fest, eine rasche Einigung gilt daher als unwahrscheinlich.
Berlin ist mit zwei Aufsichtsratssitzen zweitgrößter Commerzbank-Aktionär, ein Verkauf des Bundesanteils könnte den Anteil von Unicredit von derzeit knapp 50 auf über 60 Prozent steigen lassen. Die Regierung hatte einen Verkauf zuvor ausgeschlossen, lockerte ihre Haltung aber, nachdem das Übernahmeangebot der Italiener bereits eine faktische Stimmenmehrheit ergeben hatte. Rund 17,6 Prozent der Aktionäre hatten das Tauschangebot von 0,485 Unicredit-Aktien je Commerzbank-Aktie angenommen. Die Commerzbank-Aktie notiert derzeit nahe einem Zwei-Jahrzehnte-Hoch von rund 40 Euro.




