KPMG Australien: Anhörung offenbart Kontrollversagen auf allen Ebenen

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August 17, 2026
18.08.2026
2 Minuten Lesezeit

Die parlamentarische Untersuchung zum Whistleblower-Skandal bei KPMG Australien weitet sich aus, neben der Prüfungsgesellschaft selbst geraten auch die beauftragten Kanzleien Allens und Ashurst unter Druck.

Hausjurist spricht von Täuschung

KPMG-Deputy-Counsel James McClelland erklärte am 14. August vor dem Ausschuss, seine ursprüngliche interne Untersuchung sei durch irreführende bis bewusst täuschende Antworten von Führungskräften grundlegend kompromittiert worden. In einer bemerkenswert offenen Aussage entschuldigte er sich persönlich beim Whistleblower und distanzierte sich von eigenen früheren Aktenvermerken, die den Hinweisgeber diskreditiert hatten. Ex-CEO Andrew Yates räumte ein, dass rückblickend E-Mails hätten ausgewertet werden müssen, widersprach aber McClellands Darstellung der Einschränkungen.

Senatoren stellen Kanzleien bloß

Besonders scharf fiel die Kritik an Allens und Ashurst aus: Senatorin Barbara Pocock bezeichnete den Allens-Bericht, der keinen einzigen Vorwurf bestätigt hatte, als mangelhaft und empfahl der Kanzlei, künftig auf Untersuchungsmandate zu verzichten. Senator Dave Sharma fragte offen, ob Allens-Berichten künftig überhaupt noch Glaubwürdigkeit zukomme. Ashurst-Partnerin Lea Constantine stellte klar, keinen Auftrag für eine inhaltliche Untersuchung erhalten zu haben, Dokumente zeigen jedoch, dass KPMG Ashurst nicht alle verfügbaren Informationen übermittelt hatte. Keine der beiden Kanzleien hatte eine forensische E-Mail-Analyse durchgeführt, die später erhebliche Verstöße aufdeckte.

Mandanten verlangen Garantien, weitere Whistleblower melden sich

Macquarie, Westpac, Dexus und Optus forderten bei der Anhörung Zusicherungen, dass ihre vertraulichen Daten nicht zweckentfremdet wurden. Ausschussvorsitzende O'Neill verwies zudem auf zahlreiche weitere Hinweisgeber, die sich inzwischen an das Parlament gewandt hätten. Der neue Chairman Michael Ebeid, seit dem 13. August im Amt und mit rund einer Million Dollar vergütet, sah sich sofort mit Fragen zu seiner Unabhängigkeit konfrontiert, nachdem er als einziger Kandidat zur Wahl gestanden hatte und zuvor unentgeltlich in einem KPMG-Unterausschuss tätig gewesen war.

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