Nach dem Ende seiner politischen Karriere zieht es den früheren Bundesjustizminister zurück in die Kanzlei, die ihn einst ins Transaktionsgeschäft einführte.
Manche Wege führen im Kreis. Marco Buschmann verkündete diese Woche über LinkedIn, was Branchenkenner seit Monaten erwartet hatten: Der 48-Jährige nimmt zum 1. Februar 2026 seine Tätigkeit als Rechtsanwalt wieder auf. Sein Ziel ist die globale M&A-Praxis von White & Case in Berlin, wo er künftig als Counsel arbeiten wird. Die Worte, mit denen er seinen Neustart ankündigte, verraten Vorfreude: „Back to my roots" und „on the road again".
Die Verbindung zwischen Buschmann und White & Case reicht weit zurück. Bereits zwischen 2007 und 2009 gehörte er dem Team der Kanzlei an und lernte dort nach eigener Aussage das Handwerk der Transaktionsberatung. Als er 2009 erstmals in den Deutschen Bundestag einzog, ruhte das Arbeitsverhältnis zunächst, bevor es 2014 endgültig endete. In der Zwischenzeit führte er eine selbstständige Anwaltspraxis neben seinem politischen Mandat.
Die politische Laufbahn des FDP-Politikers erreichte ihren Höhepunkt mit der Ernennung zum Bundesminister der Justiz im Dezember 2021. Knapp drei Jahre lang prägte er die Rechtspolitik der Ampelkoalition, bevor das Bündnis im November 2024 zerbrach. Dem 20. Deutschen Bundestag gehörte Buschmann noch bis März 2025 an. Schon kurz nach seinem Ausscheiden aus dem Kabinett deutete er an, in den Anwaltsberuf zurückkehren zu wollen.
Bei White & Case freut man sich auf den prominenten Rückkehrer. Karsten Wöckener, der die deutsche Praxis der Kanzlei leitet, sieht in der Kombination aus juristischem Können und politischem Gespür eine Bereicherung für das gesamte Team. Buschmann selbst gibt sich pragmatisch: Er wisse genau, was ihn erwarte, schließlich habe er bei White & Case seine Grundlagen im Transaktionsgeschäft erworben. Die Mandanten dürften gespannt sein, wie der frühere Minister sein Kontaktnetz und seine Erfahrung aus drei Jahren Regierungsarbeit in die Beratungspraxis einbringt.




