Der chinesische Hersteller setzt 2025 erstmals mehr Elektrofahrzeuge ab als Elon Musks Unternehmen, dessen Verkäufe um fast neun Prozent einbrachen.
Der Thronwechsel ist vollzogen. Tesla lieferte 2025 rund 1,64 Millionen Elektrofahrzeuge aus. Das entspricht einem Rückgang von 8,6 Prozent und markiert das zweite Jahr mit sinkenden Verkaufszahlen in Folge. BYD setzte im gleichen Zeitraum 2,26 Millionen reine Elektroautos ab und wuchs damit um knapp 28 Prozent. Mit Plug-in-Hybriden erreicht der Konzern aus Shenzhen sogar 4,55 Millionen Fahrzeuge.
Die Gründe für Teslas Schwäche sind vielfältig. Das Produktportfolio gilt als veraltet, während chinesische Wettbewerber vergleichbare Fahrzeuge günstiger anbieten. Hinzu kommt ein Imageproblem: Firmenchef Elon Musk beriet US-Präsident Donald Trump und unterstützte rechtspopulistische Politiker in Europa, was Käufer vergrault haben dürfte. Die Zahlen des Branchenverbands Acea belegen den Einbruch in der EU: Tesla verkaufte in den ersten elf Monaten 2025 nur noch etwa 129.000 Fahrzeuge, ein Minus von fast 39 Prozent. Gleichzeitig legte der europäische E-Auto-Markt um 28 Prozent zu. BYD steigerte seine EU-Verkäufe um 240 Prozent auf knapp 111.000 Einheiten.
Das vierte Quartal traf Tesla besonders hart. Mit 418.200 ausgelieferten Fahrzeugen lag der Absatz 15,6 Prozent unter dem Vorjahreswert. Ende September hatte Präsident Trump die 7500-Dollar-Steuergutschrift für Elektroautos abgeschafft. Musk selbst prognostiziert „ein paar schwierige Quartale".
Tesla reagierte mit Preissenkungen. Neue Standard-Varianten der Modelle Y und 3 kosten weniger, bieten aber reduzierte Ausstattung. Analysten warnen vor Margendruck. Im dritten Quartal verdiente Tesla nur noch 1,4 Milliarden Dollar, 37 Prozent weniger als im Vorjahr.
Der neue Marktführer steht ebenfalls unter Druck. Seit zwei Quartalen sinken die Gewinne. Im chinesischen Heimatmarkt gingen die Verkäufe acht Monate in Folge zurück. Konkurrenten wie Geely und der Volkswagen-Partner SAIC greifen an, Handelsbarrieren erschweren die internationale Expansion.
Branchenexperten erwarten, dass BYD seinen Vorsprung ausbaut. Die Verkäufe könnten auf 5,3 Millionen Fahrzeuge steigen. Für Tesla rechnen Analysten nur mit einem leichten Plus auf 1,8 Millionen. Vor zwei Jahren hatten Fachleute Tesla für 2026 noch über drei Millionen Fahrzeuge zugetraut. Bei Fahrassistenzsystemen liegt Tesla in China zurück. BYD bietet diese serienmäßig an, Tesla nur gegen Aufpreis. In der Volksrepublik droht beiden Anbietern weiterer Gegenwind: Peking kürzte Steueranreize, über 100 Marken liefern sich einen Preiswettbewerb. Die Börse zeigt sich dennoch optimistisch. Die Tesla-Aktie notiert rund 50 Prozent höher als vor einem halben Jahr.




