Harvey Schwartz, CEO von The Carlyle Group, warnt auf dem Semafor World Economy Summit in Washington vor einer systematischen Fehlbewertung geopolitischer Risiken. Hintergrund ist die Schließung der Straße von Hormus und der Krieg im Iran.
Schwartz, der die 477-Milliarden-US-Dollar-Plattform Carlyle seit Februar 2023 führt, sieht in der Gewöhnung an geopolitische Schocks ein strukturelles Bewertungsproblem: "Investoren haben sich daran gewöhnt, dass sehr beunruhigende geopolitische Ereignisse sich von selbst lösen", und würden diese Risiken dadurch systematisch unterbewerten. Als Beleg nennt er das Verhältnis der Marktreaktionen: Der Zusammenbruch der Silicon Valley Bank habe eine siebenmal so starke Kurskorrektur ausgelöst wie Russlands Einmarsch in die Ukraine.
Die Straße von Hormus ist seit dem 28. Februar de facto geschlossen, nachdem ein gemeinsamer Luftangriff der USA und Israels den iranischen Staatschef Ali Khamenei getötet hatte. Ken Griffin, CEO des Hedgefonds Citadel, sieht bei einer sechs- bis zwölfmonatigen Schließung eine Rezession als unvermeidlich. Neuberger-Berman-CEO George Walker gibt der US-Wirtschaft Spielraum bis Mitte Sommer bei einem Ölpreis von 100 US-Dollar pro Barrel. Steven Rattner, CEO von Willett Advisors, erwartet hingegen keine Rezession und sieht die Auswirkungen als kurzfristig begrenzt an.




