Bei der fünften Auflage des EY Scale-up Awards ging der Hauptpreis an den Anbieter cloudbasierter Kassenlösungen. Neu vergeben wurde die Auszeichnung „Founder of the Year", die an UpNano-Mitgründerin Denise Hirner ging.
Was den diesjährigen Auftritt der Veranstaltung besonders macht, ist die Neuerung an der personellen Spitze. Mit dem Titel „Founder of the Year" hat EY eine Auszeichnung geschaffen, die ausdrücklich Menschen statt Unternehmen ehrt. Sie ging an Denise Hirner, Mitgründerin und operative Chefin des aus der TU Wien hervorgegangenen DeepTech-Unternehmens UpNano. Die Auswahl folgte einem zweistufigen Verfahren: Zunächst kürte eine Fachjury die besten 15 Teams anhand eines strukturierten Bewertungsverfahrens, anschließend entschied ein öffentliches Online-Voting über die Reihenfolge.
Anlässlich des fünfjährigen Bestehens hat EY die Struktur des Wettbewerbs umgekrempelt. Vier sogenannte Zukunftsfelder bilden nun den Rahmen: Planet, Mensch, Technik und Innovation. Insgesamt wurden 13 Auszeichnungen vergeben, etwa in den Bereichen Health, FinTech, EdTech und Nachhaltigkeit. Über die eigentlichen Trophäen hinaus erhielten die Gewinner Beratungsleistungen im Wert von mehr als 200.000 Euro.
Als „Scale-up des Jahres 2026" zeichnete die Jury den Anbieter fiskaly aus. Das Unternehmen betreibt Cloud-Anwendungen, die Kassentransaktionen revisionssicher und manipulationsgeschützt ablegen. Auf den ersten Blick mag das wie eine Nische klingen, doch dahinter steckt eine bedeutende regulatorische Frage. In immer mehr Ländern werden lückenlose Nachweisketten zur Pflicht. International messen sich Anbieter dieser Art mit Plattformen wie Sovos.
Den Titel „Rising Star" sicherte sich factorymaker, ebenfalls aus Wien. Das Team kombiniert KI-Agenten mit einer hauseigenen Datenbank realer Projekte, um industrielle Planungsabläufe spürbar zu beschleunigen. Tätigkeiten, die früher Wochen verschlangen, sollen sich damit auf einen Bruchteil der Zeit reduzieren lassen.
Florian Haas, bei EY Österreich für den Start-up-Bereich verantwortlich, ordnet die Jubiläumsausgabe ein: „Fünf Jahre EY Scale-up Award spiegeln nicht nur die Erfolge, sondern auch die Herausforderungen wider." In der Praxis wirken solche Preise zunehmend wie ein Vorgriff auf die nächste Finanzierungsrunde, weil sie externe Bestätigung liefern und die Verhandlungsposition gegenüber Investoren stärken.
Die Vorregistrierung für die kommende Auflage ist bereits eröffnet, im Januar startet die offizielle Bewerbungsphase. Teilnehmen können Unternehmen mit Sitz in Österreich, die in den vergangenen zehn Jahren gegründet wurden. Auffällig ist die strategische Stoßrichtung des Beratungshauses: DeepTech und KI-orientierte Geschäftsmodelle dürften erneut im Mittelpunkt stehen, nicht zuletzt vor dem Hintergrund neuer europäischer Vorgaben.




