Private-Equity-Anbieter versprechen Zugang zur nächsten SpaceX oder OpenAI. Tatsächlich hat die Anlageklasse den Aktienmarkt über Jahrzehnte geschlagen, doch der Vorsprung schwindet. Ausgerechnet Privatanleger erhalten oft die schlechtere Variante. Eine nüchterne Bestandsaufnahme der Anlageklasse zeigt: Die Hürde ist deutlich höher, als die Werbung suggeriert.
Laut Cambridge Associates erzielten US-Private-Equity-Fonds in den vergangenen 25 Jahren durchschnittlich knapp 12 % pro Jahr, gegenüber rund 8 % für ein globales Aktienportfolio. Über Jahrzehnte entfaltet der Zinseszinseffekt enorme Wirkung: Aus 10.000 Franken werden bei 8 % nach 25 Jahren rund 68.000, bei 12 % mehr als 170.000 Franken. Doch ein Großteil des Mehrertrags ist keine Managerleistung, sondern die Vergütung für höhere Risiken, allen voran die Illiquidität. Eine vielbeachtete Studie beziffert die Liquiditätsrisikoprämie auf rund 3 Prozentpunkte pro Jahr. Das ist fast exakt der Vorsprung, den Private Equity historisch gegenüber dem Aktienmarkt erzielt hat.
Ein nennenswerter Teil des Erfolgs von PE war zudem auf Leverage zurückzuführen - was mit den höheren Zinsen der vergangenen Jahre schwieriger geworden ist. Rechnet man zusätzlich den Fokus auf kleinere Unternehmen heraus, bleibt vom vermeintlichen Alpha kaum etwas übrig. Hinzu kommt ein weiterer Effekt: Private Firmen werden nur selten neu bewertet, was Kursschwankungen auf dem Papier dämpft. Das Risiko verschwindet dadurch jedoch nicht, es wird lediglich unsichtbarer.
In die besten Fonds kommen meist nur vermögende institutionelle Investoren. Eine Harvard-Studie (Bates, 2025) zeigt: Produkte, die gezielt an kleinere Anleger vermarktet werden, schneiden schlechter ab als jene für institutionelle Kunden. Vergangene Fondsperformance lässt sich zudem nicht zuverlässig in die Zukunft übertragen. Dennoch besteht vorsichtiger Optimismus: Sinkende Gebühren und mehr Transparenz durch teilweise liquide Produkte könnten die Demokratisierung der Privatmärkte, ähnlich wie ETFs bei den Aktienmärkten, weiter vorantreiben.




