Der US-Finanzinvestor Clearlake Capital bündelt die Kontrolle beim Premier-League-Klub FC Chelsea. Die Miteigentümer Todd Boehly und Mark Walter geben ihre Anteile ab, Boehly legt zugleich den Vorsitz nieder.
Clearlake Capital baut seine Beteiligung am FC Chelsea auf rund 87 Prozent aus und übernimmt damit die volle Kontrolle über den Premier-League-Klub. Die US-Investmentgesellschaft erwirbt die Anteile der bisherigen Miteigentümer Todd Boehly und Mark Walter, Boehly gibt zugleich sein Amt als Chairman ab. Der Schweizer Milliardär Hansjörg Wyss bleibt mit rund 12,8 Prozent Partner in der Eigentümergruppe. Einen offiziellen Kaufpreis nennt der Klub nicht, laut vertrauten Angaben erhalten Boehly und Walter zusammen 950 Millionen Pfund, umgerechnet rund 1,1 Milliarden Euro. Chelsea wird damit mit 5 Milliarden Pfund bewertet. Finanziert wird der Deal aus Eigenmitteln von Clearlake und den Mitgründern Behdad Eghbali und José Feliciano, ohne neue Schulden. Damit endet die geteilte Eigentümerstruktur seit der erzwungenen Abgabe durch Roman Abramowitsch im Mai 2022, als ein Konsortium den Klub für 2,5 Milliarden Pfund übernahm.
Wirtschaftlich geht es vor allem um klarere Governance: Clearlake war zwar seit 2022 Mehrheitsgesellschafter, teilte die operative Führung aber mit Boehly und Walter, was zunehmend zu Spannungen führte, etwa um die Zukunft von Stamford Bridge und die Immobilienstrategie. Am Tagesgeschäft und der Strategie soll sich laut Klub nichts ändern. "Unser Fokus liegt darauf, weiter in Infrastruktur, sportliche Leistung und langfristigen Erfolg zu investieren", teilten Eghbali und Feliciano mit. Es ist bereits Walters zweiter Rückzug aus einem Spitzenklub innerhalb weniger Wochen: Erst kürzlich hatte er seine Lakers-Anteile bei einer Bewertung von 12,5 Milliarden Dollar an Josh Kushner und Bob Iger abgegeben. Parallel prüft die SEC mögliche Bilanzierungsfehler bei seinen Versicherern Delaware Life und Clear Spring Life.




