Beim 17. Compliance Day in Frankfurt diskutierte Hogan Lovells Cadwalader, wie eng geopolitische Verwerfungen, Regulierung und Künstliche Intelligenz die Compliance-Arbeit von Unternehmen inzwischen verzahnen.
Dass sich Entscheidungen in Washington oder Peking heute unmittelbar in den Compliance-Abteilungen deutscher Unternehmen niederschlagen, bildete den gedanklichen Kern des 17. Compliance Day von Hogan Lovells Cadwalader. In Frankfurt kam dafür ein breites Publikum aus Compliance, Recht, Governance und Führungsebene zusammen. Für Partner Olaf Schneider offenbart die Lage, wie unauflöslich Politik, wirtschaftliche Stabilität und regelkonformes Handeln mittlerweile verflochten sind, weshalb dem direkten Gespräch zwischen Unternehmen und externen Fachleuten besonderes Gewicht zukomme. Sebastian Lach, Partner und zugleich Co-CEO von ELTEMATE, warb dafür, den Blick über die bloße Gefahrenabwehr hinaus zu weiten: Wer geopolitische Verschiebungen, frische Regulierung und technologische Sprünge wie die Künstliche Intelligenz früh in die eigene Strategie einwebe, mache sein Unternehmen widerstandsfähiger und wettbewerbsfähiger.
Für den Einstieg sorgte ein prominenter Gast: Jim Sciutto, Anchorman und Chefkorrespondent für nationale Sicherheit bei CNN, sezierte in seiner Keynote „Inside Washington: Global Power Shifts and the New Risk Agenda“ die laufenden Verschiebungen im globalen Kräftegefüge und deren Konsequenzen für die Wirtschaft. Die Fäden dieser Analyse wurden anschließend in einer Podiumsrunde weitergesponnen, in der Sciutto mit Sebastian Lach und Partner Martin Weinstein zusammentraf. Unter der Gesprächsführung von Olaf Schneider drehte sich alles um die Frage, wie sich außenpolitische Risiken rechtzeitig aufspüren und in die eigenen Governance- und Kontrollstrukturen einbauen lassen.
Konkret wurde es in den begleitenden Workshops. Dort ging es unter anderem darum, wie sich Claim Recovery in Compliance-Prozesse einfügt und wo Künstliche Intelligenz und Regeltreue aufeinandertreffen. Ergänzend rückten Themen aus Arbeits- und Kartellrecht, ESG, Datenschutz sowie Wirtschaftsstrafrecht in den Vordergrund. Quer durch die Beiträge schälte sich eine gemeinsame Botschaft heraus: Neue Technik und regulatorische Vorgaben greifen enger denn je ineinander, sodass Unternehmen ihre Compliance nicht mehr nur verwalten, sondern strategisch fortentwickeln müssen. Verlangt sei ein Denken, das geopolitische Dynamik, Rechtsrahmen und Innovation zusammenführt und daraus eine vorausschauende Steuerung formt.




